Hendrikje

Beide meine Kinder durfte ich im Geburtshaus (GH) in Frankfurt zur Welt bringen.

Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war, sollte ich zu Beginn und im Grunde bis kurz vor Ende der Schwangerschaft noch nicht wissen, dass ich außerhalb eines Krankenhauses entbinden würde. Für mich stand immer fest, dass ich meine Kinder in einem Krankenhaus bekommen wollte. Wo man all die Ärzte und das Equipment zur Verfügung hat, was man im Fall eines Notfalls braucht. 

Doch dann las ich die "falsche" Literatur und ziemlich bald wurde mir klar, dass ich mich in einem Geburtshaus viel besser aufgehoben fühlen würde. Zumal meine Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief. So bekam ich vollkommen unerwartet  (!!) auch noch 2 Wochen vor meinem ET einen Platz im Geburtshaus.

Bei einer ersten Geburt hat man keine Ahnung, was einen erwartet und ist sehr aufgeregt, wenn es dann los geht. Da tat es gut, dass ich von einer Hebamme empfangen wurde, die sehr freundlich und motivierend war. Aber auch als ich einen Punkt erreichte, an dem ich doch Schmerzmittel haben wollte (hyperfrequente Wehen- keine halbe Minute Pause bis zur nächsten Wehe), wurden mir von der Hebamme zwei Mittel verabreicht, die die Spitze des Schmerzes nahmen. Daraufhin schöpfte ich Kraft für den Endspurt den dann eine andere Hebamme übernahm. Diese Hebamme schien in diversen Techniken sehr bewandert und coachte mich sozusagen durch den letzten Teil der Geburt, was ich auch brauchte, da ich zum Schluss hin etwas überfordert war und immer noch nicht wusste was mich nun wann erwartet (auch wenn man noch so viel Literatur dazu gelesen hat...). 12 Stunden später kam dann mein wundervoller Sohn auf die Welt. Und fünf Stunden später ging es wieder nach Hause. Zurück blieb ein tiefes Gefühl der Liebe und Dankbarkeit gegenüber Gott und diesem Geburtsort und den Hebammen, die mich begleitet hatten. Es war äußerst anstrengend aber ich fühlte mich zu jedem Zeitpunkt geborgen und gut aufgehoben und versorgt.

Als ich zum zweiten Mal schwanger wurde, hatte ich auch von Anfang an den Wunsch im GH zu entbinden. Da die Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief, konnte ich auch meinen zweiten wunderbaren Sohn im Geburtshaus entbinden. Dieses Mal in nur vier Stunden und mit nur einer Hebamme, die uns auch mit ein paar Techniken und Schmerzmitteln (wieder hyperfrequente Wehen) half, die Geburt gut zu überstehen. Besonders erfreut hatte mich, dass ich dieses Mal meine Geburt mit zahlreichen Gebeten begleiten durfte, was mir die Geburt auch deutlich erleichterte.

Bei beiden Geburten hatte ich außerdem keine Geburtsverletzungen.

Dieses Mal lies sich dafür die Geburt der Plazenta ziemlich lange Zeit. Aber diese Zeit wurde ihr gegeben, wofür ich dankbar bin. Als ich dieses Mal nach der Geburt im Bett lag, überkam mich wieder ein großes Gefühl der Dankbarkeit beide meine Kinder an einem solchen Ort auf die Welt gebracht zu haben. Ein gemütlicher Ort, an dem man in Würde und mit der Zeit die man braucht, sein Kind gebären darf.

Eine Geburt ist mit Sicherheit ein Grenzgang und hätte man mir an bestimmten Grenzen, die ich erreicht hatte, zu bestimmten Dingen geraten, so hätte ich vermutlich eingewilligt und wäre um die Erfahrung zwei wunderbarer natürlicher Geburten beraubt worden.

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Jen

Seitdem ich vor einigen Jahren durch eine Freundin von Geburtshäusern allgemein erfahren hatte, stand für mich fest: sollte ich jemals ein Kind bekommen, möchte ich es in einem Geburtshaus zur Welt bringen. Denn eine Geburt ist keine Krankheit und hat daher auch nichts im Krankenhaus zu suchen, sofern keine Anomalie vorliegt. Mit Beginn meiner Schwangerschaft erwachte dieser Wunsch wieder und ich drückte ihn meiner Frauenärztin gegenüber aus, die mir – als Erstgebärende – stark davon abriet - „es könnte ja so viel passieren“. Leider ließ ich mich davon beeinflussen und begrub vorerst meinen Wunsch. Zu unserem großen Glück hat mich dann einige Wochen später meine Nachsorgehebamme dazu ermutigt, mich dennoch im Geburtshaus anzumelden. Der Zwiespalt aus Angst und Urvertrauen ließ mich gedanklich noch eine Weile zwischen Klinik und Geburtshaus hadern, doch nach vielen Gesprächen mit Menschen, die mir wichtig sind, konnte ich mich guten Gewissens wieder für meine intuitiv erste Wahl – das Geburtshaus – entscheiden. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen im Geburtshaus Frankfurt haben hierbei eine wichtige Rolle gespielt, denn von der kompetenten, herzlichen und einfühlsamen Art der Hebammen fühlte ich mich gänzlich „abgeholt“. Es ist einfach wunderbar, wie sie fast ohne technologische Geräte eine genauso gute – gefühlt sogar bessere, weil ursprünglichere – Untersuchung und Umsorgung durchführen können, als die Schulmediziner.

Bei einer Vorsorge brachte die Hebamme meinen subjektiv empfundenen Unterschied zwischen Arztpraxis und Geburtshaus auf den Punkt: „Schulmediziner gehen vom schlimmsten Fall aus, Hebammen vom besten Fall.“ Und auch ich wollte vom besten Fall ausgehen und daran glauben, dass meine Schwangerschaft gut und natürlich verläuft und so auch die Geburt. Auch der Vater meines Sohnes kam fast immer zu den Vorsorgen im Geburtshaus mit und obwohl er selbst der Sohn einer konservativen Gynäkologin und weniger „alternativ“ eingestellt ist, war er begeistert von der Haltung und Art der Hebammen im Geburtshaus.

Nachdem es aufgrund meines anfänglichen Haderns und so verzögerter Anmeldung im Geburtshaus gen Ende meiner Schwangerschaft noch spannend wurde, ob wir von der Warteliste in die „aktive Liste“ aufrutschen würden, bekamen wir drei Wochen vor Entbindungstermin das ersehnte OK zur Aufnahme. Ich bereitete mich zudem emotional intensiv auf die Geburt vor und las u.a. das Buch „Die selbstbestimmte Geburt“, welches mich noch mehr in meinem instinktivem Vertrauen in meine „Mütterkräfte“ bestätigte. Ich wusste einfach, wir Frauen sind zum Kindergebären gemacht und ich freute mich darauf, meinen Sohn nun in einem Umfeld und mit Menschen gebären zu dürfen, die genauso an die natürliche Geburt glauben und ihr nicht mit (voreiligen) medizinischen Eingriffen in die Quere kommen. Zu wissen, dass ich die Entbindung unseres Sohnes so erleben und durchführen darf, wie ich möchte, gab mir eine wunderbare innere Gelassenheit. So verbrachte ich die Eröffnungsphase der Geburt zuhause in „konzentrierter Einkehr“ und überließ mich schlichtweg dem Lauf der Dinge. Im Geburtshaus angekommen war der Muttermund nach sechs Stunden Eröffnungsphase komplett geöffnet und das Pressen begann. Im Gegensatz zu meinen Vorstellungen, haben die Hebammen mir gesagt welche Positionen ich einnehmen soll, damit sich der Kopf senkt und austritt. Aufgrund der angenehmen Umgangsweise und meines Vertrauens in die Kompetenz fühlte sich dies jedoch genau richtig an und ich tat, wie mir geheißen. Die Austreibungsphase dauerte unerwartete 3,5 Stunden, da mein Sohn als Sternengucker auf die Welt kommen wollte und stolze 4460 Gramm wog. In manch einer Klinik wäre schon einer dieser Zwei Aspekte Grund für einen Kaiserschnitt gewesen. Doch während jeder Wehe bestätigten und motivierten mich die Hebammen auf eine wunderbare Weise, was mir – trotz Erschöpfung und dem Gefühl, dass die Geburt nicht vorwärts geht – jedes Mal neue Kraft und neuen Mut gab, weiterzumachen. Auch die Nachbetreuung der Geburt war herzlich und einfühlsam. Alles gehörte so, wie es war. Wir fühlten uns in den besten Händen, denen wir gänzlich vertrauten und so kam ein gesunder, entspannter, gut gelaunter Junge auf die Welt. Mir wird die Geburt immer als ein intensives und schönes Erlebnis in Erinnerung bleiben, für das ich sehr dankbar bin. Und mein Freund bringt seine Zufriedenheit so auf den Punkt: „Unser nächstes Kind kommt bitte auch im Geburtshaus zur Welt.“

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Maria

Es war nicht so sehr die kurze und unkomplizierte Geburt - das kommt beim dritten Kind ja häufiger vor - es waren vielmehr die ruhige, häusliche Atmosphäre während der Geburt, gepaart mit dem sicheren Gefühl von erfahrenen, professionellen Händen begleitet zu sein, die mir die Geburt hier im Geburtshaus so leicht gemacht haben.
Meine Hebamme kannte mich bereits durch die Anamnese und Vorsorgen und wusste mich - sicher auch dank ihrer Erfahrung - während der Geburt bei jedem Schritt zu unterstützen, mal durch stille Anwesenheit, mal durch ermunternde, mal durch anleitende Worte.
Unser Sohn wurde später von allen anwesenden Hebammen so warm und herzlich empfangen, dass spürbar war: Geburt wird hier als ein ganz besonderes und individuelles Ereignis begleitet und gelebt.

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Thorsten

Die Geburt unseres Sohnes im Geburtshaus war eine sehr schöne Erfahrung. Die Geburt fühlte sich wie eine Geburt im heimischen Wohnzimmer an. Unsere Hebamme hat meine Frau mit großer Ruhe, Erfahrung und Empathie begleitet und wir hatten direkt nach der Geburt fast eine ganze Stunde allein zusammen, um uns zum ersten Mal körperlich zu spüren. Schon kurz nach der Geburt konnten uns dann unsere beiden älteren Mädels und die Großeltern abholen, was für die gesamte Familie wirklich toll war.

 

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Larissa

Ich war sieben Tage über meinem errechneten Termin und nach dem letzten Kontrolltermin beim Frauenarzt bekam ich auf dem Weg nach Hause scheinbar Wehen. Ich war mir ehrlich nicht sicher, da ich bisher noch keine Wehen vorher hatte und jetzt kamen sie direkt alle drei Minuten. Um 15.00 Uhr rief mein Freund den Pieper an und Ute riet uns nochmal in der Wanne zu entspannen. Nach 90 Minuten fuhren wir ins Geburtshaus. Dort angekommen warteten Ute und Nora bereits auf uns, Da es schon spät war, waren wir alleine dort. Ich hatte schon sehr heftige Wehen, jedoch war mein Muttermund erst 2 cm geöffnet. Es war 19 Uhr und ich dachte, das schaffe ich niemals. Ute, Nora und mein Freund standen mir weiter zur Seite. Ich sollte mich bewegen, es mir bequem im Bett machen, zwischendrin überprüfte Nora immer wieder die Herztöne. Einmal waren die Herztöne etwas schwach, dann sollte ich die Position wechseln und "schwupp" war alles wieder palletti. Die Hebammen wussten genau, was zu machen war – das gab mir Sicherheit und Zuversicht. Ich war völlig hemmungslos und lief in Unterhose durch das ganze Geburtshaus. Mein Freund war mein Fels in der Brandung und war bei jeder Wehe meine Auflage. Langsam zitterten auch ihm die Beine aber wir waren dank dem Geburtsvorbereitungskurs ein eingespieltes Team. Atmung, Bewegung und Abstützen klappten prima zusammen. Dann gab es ab 22 Uhr einen Schichtwechsel -  und einen Teamwechsel. Ich war etwas in Panik, da ich bisher niemanden aus dem anderen Team kannte. Chiara kam für Ute und Nora blieb noch tapfer bei uns. Nora massierte mir sehr wohltuend das Kreuzbein und überprüfte weiterhin die Herztöne. Zwischen den immer kürzer werdenden Pausen flößte mein Freund mir so viel Wasser wie möglich ein, Appetit hatte ich jedoch keinen. Ab 23 Uhr durfte ich mal die Wanne ausprobieren. Vor meiner Schwangerschaft hätte ich mir die Wanne gar nicht vorstellen können, sobald ich drin war, wollte ich nicht wieder raus. Das schwimmende Stillkissen war im wahrsten Sinne des Wortes mein Rettungsring. Während den Wehen saß ich im Vierfüßler in der Wanne, in den Pausen jedoch sank ich völlig erschöpft in das Stillkissen zurück. Ich schaffte es sogar vor mich hin zu dösen. Ich hatte zwischendrin mal das Gefühl, das alles nicht zu schaffen aber mein Freund motivierte mich und rief mir ins Gedächtnis, dass ich auf jede Pause zwischen den Wehen hin arbeiten sollte und das half. Gegen 24 Uhr dann war mein Muttermund schon 8 cm offen. Hey, das gab mir so richtig Aufschwung, jetzt kann es nichtmehr lange dauern. Mein Freund saß die ganze Zeit an meiner Seite am Wannenrand und opferte seine Hände und Arme meinen Wehenschüben. Langsam gingen die Wehen in Presswehen über. Meine Mutter meinte noch, dass das die besten Wehen seien und ich musste feststellen, dass sie Recht hatte. Jetzt konnte ich was tun, aktiv mithelfen und das motivierte unendlich. Ich kam unserem Kind immer näher. Ab 2 Uhr sollte ich die Wanne wieder verlassen und mich mal wieder bewegen, so ging es weiter voran. Dann konnte ich mich auf dem Bett wieder entspannen. In Seitenlage war langsam zu spüren, dass unser Kleiner in den Geburtskanal kam. Jetzt sehnte ich jede Wehe herbei, um etwas tun zu können, ich konnte mein Bein auf Chiaras Schulter ablegen und gegen sie drücken. Dann, gegen 2.45 Uhr wollte ich wieder die Position wechseln. Ich kniete mich hin und hängte meinen Oberkörper in die Schlaufe, die über dem Bett hing. Mein Freund setzte sich vor mich und ich konnte mich in seine Hose krallen und die letzten Presswehen so verarbeiten. Er war einfach immer da, wo ich ihn gerade brauchte. Ich fühlte mich wie unter Drogen gesetzt, das unbändige Gefühl der Erschöpfung, die Ungeduld endlich mein Kind in den Armen halten zu wollen. Ich stierte meinen Freund an und sein Blick gab mir so viel Kraft. Endlich, endlich platzte auch die Fruchtblase, jetzt geht es bestimmt schnell. Das Köpfchen unseres kleinen Jungen steckte im Geburtskanal und zwischen den Wehen merkte ich den Dehnungsschmerz – ich wollte unbedingt weiter pressen. Dann, es ist nicht zu fassen, um 3.58 Uhr flutschte der Kopf raus und ganz leicht der Rest, einfach so. Unser kleiner, perfekter Sohn lag zwischen meinen Beinen gab einen Willkommensschrei von sich und schaute uns ganz selbstverständlich an. Mir blieb die Luft weg und ich war so überwältigt, mein Freund und ich konnten den Blick nicht von ihm lassen. Ich hatte so Angst ihn anzufassen, er war ganz flutschig vom Fruchtwasser und so klein und zart, ich wollte nichts kaputt machen. Nachdem alle etwas frisch gemacht wurden, lagen wir zu dritt auf dem Bett und bestaunten uns. Nachdem die Nabelschnur ausgepocht war, erfolgt eine Runde Körperkontakt mit dem frischen Papa auf dem Sessel während ich versorgt wurde. Ich konnte nur schauen und begriff kaum. Es folgte die U1, in der unser Sohn gewogen, gemessen und untersucht wurde. Er war perfekt! Nach drei Stunden bestaunen und liebkosen konnten wir uns auf den Heimweg machen. Chiara gab uns noch Unterlagen mit und Tipps für die kommenden Stunden. Dann, der Tag war angebrochen, fuhren wir um 7 Uhr in ein neues Leben!

Ich bin so überwältigt von diesem Erlebnis, ich wurde so toll behandelt und war mit zwei Hebammen sehr luxuriös versorgt. Chiara war genau die richtige Hebamme für uns. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst vor Komplikationen und fühlte mich komplett und zu 100% versorgt. Ich erlebte die Geburt so intensiv und trotz 13 Stunden Wehen zweifelte ich nie daran, dass  alles gut gehen kann.

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Laura

Am Nachmittag des 24.Juni waren die Renovierungsarbeiten an unserem Haus, in das wir in der Schwangerschaft noch eingezogen waren, soweit abgeschlossen. Mir fiel ein großer Stein vom Herzen. Mein Körper hat daraufhin bereits einige Stunden später mit Wehen reagiert. Ich habe beschlossen, trotzdem noch ein wenig zu ruhen und mich abends neben meinen schon schlafenden Mann ins Bett gelegt. Eine leichte Zeichnungsblutung hat mir schon verraten, dass unser Ben bald zur Welt kommt. Von Wehe zu Wehe konnte ich noch ein wenig dösen. Als die Wehen noch intensiver wurden, pendelte ich von Badewanne zu Sofa und veratmete die Wehen in verschiedenen Positionen. Meinen Mann ließ ich noch schlafen. Ich mochte ihn später schließlich als fitten Begleiter wissen. Gegen 6:30 haben wir die Funknummer des Geburthauses gewählt. Die Hebamme rief schnell zurück und erkundigte sich nach meinem Befinden und hörte mich eine Wehe veratmen. Sie erklärt dass die sogenannte Latenzphase beim 1.Kind sehr anstrengend sei und sich in die Länge ziehen kann.. wir hielten es schließlich doch noch zuhause aus. Immer wieder fluchte ich, ich könne nicht mehr. Mein Mann motivierte mich dann sehr und war einfach an meiner Seite. Berührungen von ihm konnte ich allerdings nur in der Wehenpause ertragen.
Gegen 10:30 dann kontaktierten wir das zweite Mal das Geburthaus - nun mit den Worten: "Wir kommen jetzt. Ich kann nicht mehr. "
Um 11:30 Haben wir Lisa im Geburtshaus getroffen. Es wurde ein Aufnahme-CTG geschrieben. Auf der 30-minütigen Autofahrt hatte ich jede Minute Wehen. Das ging nicht ganz spurlos an unserem Zwerg vorbei. Die Herztöne würden länger kontrolliert und schnell war unser Ben wieder ganz entspannt. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt einen Zentimeter offen. Das war für mich sehr deprimierend, hatte ich doch nun echt schon lang genug Wehen. Ich wechselte wieder vom Bett, zur Toilette, zur Wanne. Hebamme Lisa war immer präsent, wenn ich sie brauchte. Ich habe die Wehen mit mir selbst ausgemacht. Mein Mann machte Logikrätsel. Er versorgte mich blendend mit Wasser und kleinen Snacks, auf die ich mal Lust hatte und mal nicht. Ab und zu bin ich zwischen den Wehenpausen auch einfach eingeschlafen. Während der Wehe aber konnte ich nicht liegen. Ich verspürte den Schmerz nur vorn am Schambein.
Gegen 15 Uhr untersuchte Lisa wieder den Muttermund: 1,5 cm. "Wie ätzend... so kommen wir nicht weiter", dachte ich und dachte laut über eine PDA und die Verlegung in ein Krankenhaus nach. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird das ja heute nichts mehr. Ich war niedergeschlagen. Doch dann kam wenige Minuten später mit einem Blasensprung der Wendepunkt. Der Muttermund war 8 cm offen und nach ein paar intensiven Wehen vollständig und der Kleine Mann wurde mit Karacho geboren. Die eigentliche zweite Hebamme Marion hatte es nicht mehr zur Geburt geschafft. An ihrer Stelle kam Hebamme Steffi aus dem Geburtsvorbereitungskurs nebenan hergespurtet! Meinen Mann habe ich ganz schön ins Ohr geschrien. Welche Naturgewalt!! Um 15:55 flossen Freudentränen, denn unser Sohn war plötzlich da und lag gesund und munter in meinem Arm. Wie schön!! Schon jetzt wusste ich, dass wir eine gute Geburt hatten und es trotz allen Zweifeln nun doch machbar war. Nun war viel Zeit zum Kuscheln und Anlegen. Der Kleine Wurm wusste erstaunlicherweise sofort, was zu tun ist! Ich hatte tierischen Hunger und freute mich riesig auf Schoki und rote Wurst! Auf diese hatte ich in der Schwangerschaft verzichtet und sehr vermisst.
Die Plazenta ließ 2 Stunden auf sich warten. Dank Unterstützung von Hebamme Lisa und Hebamme Marion durch Akupunktur und Entleeren meiner Harnblase mittels eines kleinen Katheters, hat es schließlich geklappt. Nach der Geburt der vollständigen Plazenta durfte ich erstmal duschen gehen und der frischgebackene Papa konnte unser kleines Wunder mit Lisas Unterstützung ganz in Ruhe anziehen.

Ich war, wie ich fand, erstaunlich fit. Eine kleine Naht musste gemacht werden, aber auch diese Hürde konnten wir flott und problemlos hinter uns bringen.

Vier Stunden nach Geburt ging es nach Hause. Auf dem Weg sind wir bei der Pizzeria vorbeigefahren. Kind kriegen macht sehr hungrig!
Wir haben uns im Geburtshaus Frankfurt zu jeder Zeit sehr gut aufgehoben gefühlt. Lisa war eine tolle Unterstützung. Eine außerklinische Geburt war für uns genau das Richtige. Alles verlief ganz in Ruhe ab. Wir sind sehr dankbar für dieses gute Geburtserlebnis und kommen vielleicht bei Nummer zwei wieder. Vielleicht darf unser zweites Kind aber auch Zuhause kommen. Türen haben wir ja schließlich seit dem 24. Juni.

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