Geburtsberichte
Hier findest Du persönliche Geburtsberichte aus den vergangenen Jahren, in denen Frauen ihre Erfahrungen im Geburtshaus Frankfurt schildern – sie geben Dir ganz individuelle Einblicke.
Geburtsbericht Tilda
Für uns stand bereits während der Schwangerschaft fest: Auch unser zweites Kind sollte im Geburtshaus Frankfurt zur Welt kommen. Die intime und persönliche Atmosphäre hatten wir schon bei der Geburt unseres ersten Kindes als unglaublich wertvoll empfunden – eine Entscheidung, die wir rückblickend von Herzen weiterempfehlen können.
Alles begann in der Nacht auf einen Dienstag, gegen 03:30 Uhr. Mein Körper gab mir das erste deutliche Zeichen: Die Fruchtblase war gesprungen. Wehen blieben zunächst aus, sodass ich versuchte, die Ruhe noch einmal zu nutzen und weiterzuschlafen.
Gegen 06:00 Uhr begann der Tag dann doch. Nach einem ersten Telefonat mit der Hebamme und einem wohltuenden Bad in der Badewanne machte sich der Rest der Familie für den Tag bereit. Anschließend machten auch wir uns auf den Weg ins Geburtshaus.
Gegen 11:00 Uhr erreichten wir das Geburtshaus und wurden herzlich von unserer Hebamme und ihrer Schülerin empfangen. Die ersten CTG-Kontrollen zeigten moderate Wehen. Um die natürliche Entwicklung sanft zu unterstützen, gingen wir zwischendurch gemeinsam spazieren.
Zurück im Geburtshaus wurden die Wehen zunehmend stärker. Mit Unterstützung durch Akupunktur, etwas Quarzpulver und die wohltuende Wärme der Badewanne versuchten wir, einen guten Rhythmus zu finden. Die Wehen wurden intensiver, und ich begann ganz intuitiv, mich mit Tönen durch die einzelnen Wellen zu begleiten.
Gegen 19:30 Uhr lag der Muttermund bei 2 cm. Danach gönnten uns die Wehen noch einmal eine kurze Verschnaufpause.
Am späten Abend wurden wir von einer neuen Hebamme betreut, da eine weitere Geburt stattfand und meine Hebamme die neue Geburt begleitete. Der Wechsel und die neue Perspektive der Hebamme waren nocheinmal wichtig. Auch als sich der Befund zwischenzeitlich nicht so weiterentwickelte, wie wir gehofft hatten, fühlten wir uns jederzeit sicher und gut aufgehoben. Es war genau diese Art der Betreuung, die uns so wichtig war: Sicherheit und Vertrauen, ohne unnötig in den natürlichen Prozess einzugreifen.
Nach einem weiteren kleinen Spaziergang kam neue Energie auf – und damit begann die Geburtsarbeit richtig intensiv zu werden. Die Wehen kamen nun stark und regelmäßig. Es war harte Arbeit, getragen von Wärme, bewussten Atemtechniken und meinem Partner, der keine Sekunde von meiner Seite wich.
Gegen 01:00 Uhr nahm die Erschöpfung durch die fordernde Eröffnungsphase deutlich zu. Mit Buscopan bekamen wir schließlich eine medizinische Unterstützung, die mir half, noch einmal Kraft für die letzte Phase zu sammeln.
Und dann ging plötzlich alles ganz schnell.
Um 02:05 Uhr kam unser Baby auf die Welt. Nach nur wenigen Presswehen, in einer aufrechten, knienden Position, durften wir unser kleines Wunder endlich im Arm halten.
Um 06:00 Uhr morgens traten wir bereits unseren Heimweg an – glücklich, erschöpft und gleichzeitig unglaublich gestärkt.
Wir können eine Geburt im Geburtshaus jeder Familie von Herzen empfehlen. Diese besondere Zeit in einem geschützten, familiären und vertrauensvollen Rahmen ist für uns etwas ganz Einmaliges. Die Geburt von Tilda wird uns für immer als ein wunderschönes, intensives und kraftvolles Erlebnis in Erinnerung bleiben.
Geburtsbericht
Es ist mir ein echtes Herzensanliegen, die Geschichte der Geburt meines Sohnes aufzuschreiben. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass meine Erfahrung anderen Frauen Mut und Kraft geben kann – denn positive Geburtsberichte zu lesen war für mich selbst ein wichtiger Teil der Vorbereitung.
Früh in der Schwangerschaft machte ich mich auf die Suche nach einer Hebamme, aus Sorge, keine mehr zu finden. Beim Kennenlerngespräch ermutigte sie mich, mich mit einer Geburt im Geburtshaus auseinanderzusetzen. Beim ersten Besuch im Geburtshaus Frankfurt wusste ich sofort: Das ist es. Mein Mann und ich fühlten uns von der ersten Minute an wohl. Aufgrund negativer Erfahrungen wollte ich unbedingt eine Krankenhausgeburt vermeiden – ich stellte sie mir stressig und klinisch vor. Die Entscheidung fiel mir daher leicht.
Während der Schwangerschaft las ich viel über selbstbestimmte Geburt und wusste dadurch genau, was ich nicht wollte. Gleichzeitig ließ ich mir bewusst alle Optionen offen und wollte mich nicht mit Erwartungen unter Druck setzen. Mir war es wichtig zu verstehen, was passieren kann – und wie mein Mann und ich damit umgehen können.
Meine Wochenbetthebamme ging im Geburtsvorbereitungskurs netterweise auch auf unsere geplante Geburt im Geburtshaus ein und bestärkte mich immer wieder darin, dass ich dort gebären werde.
Dann begann der Mutterschutz – und ich war entspannt, aktiv und voller Vorfreude. Meine Familie vermutete, dass der Kleine am Errechneten Termin oder danach kommen würde. Mein Bauchgefühl sagte mir etwas anderes: Ich spürte, dass er früher kommen würde. Dieses Gefühl behielt ich für mich, um mir keine falschen Hoffnungen zu machen. Ich wollte alles einfach auf mich zukommen lassen: Go with the Flow. Ich vertraute meinem Körper und meiner Intuition. Das sollte sich als ungemein hilfreich erweisen.
Am 26.11. in der 38. SSW (ET: 11.12.) legte ich mich früh mit einem Wärmekissen ins Bett, weil ich leichte Unterleibsschmerzen hatte – vermutlich endlich die ersehnten Senkwehen, dachte ich. Die Wärme tat gut. Um 2:00 Uhr nachts wachte ich auf: Die Schmerzen waren zurück, diesmal stärker. Um meinen Mann nicht zu wecken, zog ich ins Wohnzimmer um. Noch glaubte ich nicht wirklich, dass es Wehen sein könnten und tat dennoch instinktiv genau das, was wir im Kurs gelernt hatten. Ich ließ meinen Mann schlafen, versuchte selbst noch etwas zu schlagen und zu essen, und duschte heiß. Die warme Dusche linderte die Schmerzen spürbar, und ich lud mir eine App zum Tracken herunter. Es waren Wehen.
Gegen 7:45 Uhr rief ich im Geburtshaus an. Lena war freundlich und ruhig – sie erklärte mir, dass ich mich noch in der Latenzphase befände, und empfahl mir, zunächst zuhause zu bleiben. Ich nahm ein Buscopan-Zäpfchen und legte mir mein TENS-Gerät an, das mir beim Geburtsgespräch empfohlen worden war, um Schmerzen frühzeitig zu lindern. Es war schlicht genial und stundenlang mein treuer Begleiter.
Bis 14:30 Uhr waren die Wehen, die nun regelmäßiger kamen, absolut aushaltbar. Mein Mann und ich nutzten den Vormittag sogar noch spontan für einen Gipsabdruck meines Bauches – eine wunderbare Ablenkung, denn unsere Nerven begannen langsam zu flattern. Als die Wehen schließlich in Abständen von drei bis vier Minuten kamen, rief ich Lena erneut an. Sie meinte, ich könne gerne noch zuhause bleiben, solange ich mich wohlfühle, aber sie würde schon mal den Raum vorbereiten. Ich hatte mir den roten Raum gewünscht, falls er frei wäre. Ich hatte Glück.
Gegen 14:30 Uhr wurden die Abstände kürzer, und ich wollte jetzt ins Geburtshaus. Gesagt, getan. Mein Mann packte das Auto, und dann wollten wir losfahren. Nur: Das Auto sprang nicht an. Mein Mann wurde nervös und fragte unsere Nachbarin um Starthilfe, während ich im Auto die Wehen veratmete. Ich redete innerlich beruhigend auf mich ein: Alles gut, bloß nicht stressen. Stress hätte die Wehen stoppen können, und das wollte ich auf keinen Fall. Unter anderen Umständen hätte mich das wohl rasend gemacht – aber nicht an diesem Tag. Da das Auto partout nicht anspringen wollte, konnte uns glücklicherweise kurzfristig ein Freund aushelfen und uns nach Frankfurt fahren. Das war nicht das Einzige, was im Vorfeld schief ging. In der Eile vergaßen wir doch tatsächlich den Mutterpass zuhause. Ich hatte ihn die Schwangerschaft über immer bei mir, selbst beim Wandern in den Bergen. Mein Schwiegervater brachte uns den Pass im Verlaufe des Abends dankenswerterweise ins Geburtshaus – sonst hätte mein Mann mit dem ÖPNV nach Neu-Isenburg und zurück pendeln müssen und ich wäre für einige Zeit ohne ihn gewesen. Das wollten wir beide nicht.
Etwas verspätet, auch dank viel Verkehr in der Innenstadt, kamen wir um 15:30 Uhr im Geburtshaus an und wurden herzlich von Lena und Miriam, einer Hebammenschülerin, empfangen. Alles war vorbereitet. Wir begannen mit einem CTG und einer Untersuchung des Muttermundes. Dieser war bereits 2 cm geöffnet. Dann durften wir uns einrichten und erst einmal ankommen.
Meine Wehen veratmete ich an der Sprossenwand, während mein Mann mir sanft Rücken und Nacken streichelte oder massierte. Seine Nähe und Berührungen gaben mir unglaublich viel Kraft. Innerlich sprach ich mir immer wieder zu: Mein Körper weiß, was er tut. Ich schaffe das. Ich vertraue ihm.
Meine Intuition leitete mich, und mein Mann sowie die Hebammen bestärkten mich liebevoll. Lena – und nach dem Schichtwechsel Cecilia – machten das wirklich wundervoll. Sie beobachteten mich aufmerksam und gaben mir immer wieder kleine Hinweise zu Positionierung und Atmung, während mein Mann durchgehend an meiner Seite blieb und mich mit Snacks und Getränken versorgte.
Nach und nach wurden die Wehen stärker. Ich versuchte mich zwischendurch auf dem Bett auszuruhen und nutzte die Schlinge zum Veratmen der Wehen. Als Lena fragte, ob ich in die Wanne möchte, sagte ich sofort ja. Die Wärme tat unglaublich gut. Mein Mann reichte mir immer wieder kalte Lappen für die Stirn, und ich begann lauter zu tönen, da die Wehen stärker und häufiger wurden. Bis dahin hatte ich noch viel geredet, damit hörte ich nun auf. Jetzt brauchte ich alle Konzentration für meine Atmung und für mich.
Die ganze Zeit über wurden in regelmäßigen Abständen mein Puls und die Herztöne des Babys überprüft. Die ruhige, gelassene Ausstrahlung von Lena und Cecilia gab mir Sicherheit – zu keinem Moment hatte ich Sorge. Ich konnte mich vollständig auf mich und die Geburt einlassen. Dabei wurde mir erst in diesem Moment wirklich bewusst, was hier gerade geschah. Ein paar Stunden zuvor hatte ich noch gefragt, ob es wohl doch noch ein Dezemberbaby wird. 🙃🤭
Ich verließ die Wanne für eine weitere Untersuchung (5 cm, gegen 20 Uhr), für etwas Entspannung, kurze Schläfchen zwischen den Wehen und einen kleinen Spaziergang durch die Räume. Gegen 21:30 Uhr stieg ich ein weiteres Mal in die Badewanne und war nun ganz bei mir. Das Drumherum nahm ich kaum noch wahr. Ich war dankbar für das Tuch über der Wanne, an dem ich mich in den Wehen festhalten konnte. Sie wurden immer heftiger. Der Kleine bewegte sich und löste damit unmittelbar im Anschluss an eine Wehe gleich die nächste aus.
Um 23:45 Uhr empfahl mir Cecilia, aus der Wanne zu steigen. Ich begann zu schwitzen, mein Puls wurde etwas schwächer, und meine Wehen und mein Tönen kündigten bereits die nächste Phase an. Die Übergangsphase ging für mein Empfinden sehr schnell. Die Austreibungsphase wurde dann durch einen spontanen Fruchtblasensprung auf der Toilette eingeleitet. Die Wehen wurden intensiver, die Abstände kürzer. Der Druck im Becken, im Po und im Intimbereich wurde immer stärker, der Kopf machte sich bemerkbar. Der Kleine hatte sich bereits eingedreht und ich verstand: Jetzt ist es soweit.
Das im Geburtsvorbereitungskurs Gelernte half mir, die Phasen einzuordnen und zu verstehen, was gerade in mir vorging. Ich stützte mich in die Arme meines Mannes und kniete mich hin. Manchmal biss ich ihm vor Schmerzen in die Schulter, ich tönte immer lauter und begann am ganzen Körper zu zittern vor Anstrengung. Ich versuchte, mir ein inneres Ziel zu setzen: Noch 20 bis 30 solcher Wehen – das schaffst du locker! (Spoiler: Es waren eher 70 bis 80. Da ich nicht mitgezählt hatte und mich auf die 20 fokussierte, fühlte es sich am Ende aber tatsächlich nur nach diesen 20 an.)
Die Schmerzen waren intensiv, aber ich betrachtete es wie eine Sporteinheit: Mit jeder Wehe kam ich dem Ziel ein Stückchen näher. Cecilia legte mir nach Rücksprache regelmäßig warme Kompressen an. Ich wollte zwischendurch fragen, ob sie den Muttermund nochmal untersuchen wollten, merkte aber selbst, dass das wohl kaum noch nötig sein würde.
Ich fragte dennoch immer wieder, wie lange es noch dauern würde, und sagte auch ein paar Mal, dass ich nicht mehr könne. Mein Mann und Cecilia bestärkten mich jedes Mal: Ich würde das toll machen. Cecilia legte einen Spiegel bereit, und Theresia als zweite Hebamme traf ein. Für mich ein weiteres klares Signal, dass es nicht mehr lange dauern konnte.
Den Spiegel wollte ich nicht nutzen. Man konnte wohl bereits das Köpfchen sehen. Cecilia instruierte mich, auf ihr Kommando das Pressen zu stoppen und mit der Atmung dem Kleinen den letzten Schubs zu geben. Gemeinsam mit ihr fing ich ihn auf, nahm ihn in die Arme und mein Mann hielt uns beide fest. Ich konnte es kaum glauben. Die Schmerzen waren mit einem Schlag verschwunden, und unser kleines Wunder lag in unseren Armen.
Wir durften uns aufs Bett legen, den Kleinen bestaunen und kuscheln. Die Nachgeburt war etwas unangenehm, verlief aber zum Glück schnell und vollständig. Nach etwa einer Stunde kam Cecilia wieder. Im Nebenraum hatte inzwischen eine weitere Geburt stattgefunden, was mich übrigens sehr motiviert hatte. Mein Mann durfte nun die Nabelschnur durchtrennen, die U1 wurde durchgeführt, und ich wurde auf Verletzungen untersucht. Diese waren harmlos und erforderten nur wenige Nähte.
Wir blieben noch eine Weile, ich nutzte die Zeit für einen Toilettengang, eine Dusche und einen Snack. Da unser Auto ja noch immer defekt war, holte mein Papa uns früh morgens ab. Gegen 6:30 Uhr lagen wir bereits im eigenen Bett zuhause. Das war so herrlich und einfach wunderschön. Kurzum: eine echte Wohltat.
Alles in allem war es für mich eine wunderschöne Geburtserfahrung. Kraftvoll, selbstbestimmt, und ich habe mich zu jedem Zeitpunkt wohl und sicher gefühlt. Das verdanke ich vor allem dem wunderbaren Team des Geburtshauses und natürlich meinem Mann, der durchgehend an meiner Seite war.
Über die Autopanne und den vergessenen Mutterpass konnten wir sehr schnell lachen und das verlieh der gesamten Erfahrung nochmal eine besondere Note. 🙃
Geburtsbericht unserer Tochter Elina
Für mich war sehr früh klar, dass ich mein Kind nicht im Krankenhaus, sondern in einem Geburtshaus auf die Welt bringen möchte. Deshalb habe ich mich fast direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest beim Geburtshaus Frankfurt angemeldet. Nach der ersten Vorsorgeuntersuchung und dem Aufklärungsgespräch war für meinen Mann und mich schnell klar: Das passt
Während der gesamten Schwangerschaft wurde ich – im Wechsel mit meinem Frauenarzt – ganz liebevoll von den Hebammen aus Team B betreut. Ich konnte jederzeit offen alle Fragen ansprechen und habe mich durchweg gut aufgehoben gefühlt.
Der errechnete Termin unserer Tochter war der 16. März. Etwa eine Woche vorher gab es einen kurzen „Fehlalarm“, da ich dachte, Fruchtwasser verloren zu haben. Wir meldeten uns im Geburtshaus und konnten kurzfristig vorbeikommen. Ein Test ergab, dass es kein Blasensprung war und wir wieder nach Hause durften. Ich habe mich zunächst schlecht gefühlt, weil Theresia extra wegen mir kommen musste, doch Theresia, nahm mir diese Sorge sofort und meinte, das sei überhaupt nicht schlimm.
Im Nachhinein war es fast wie ein kleiner Testlauf – und meine Geburtstasche, die bis dahin noch nicht ganz fertig gepackt war, habe ich an diesem Tag dann finalisiert.
Am Samstag, den 15. März 2025, spürte ich am Nachmittag die ersten Wellen. Gegen Abend wurden sie regelmäßiger und ich merkte, dass unsere Tochter sich auf den Weg macht. Zu Hause konnte ich die Wellen gut veratmen, liebevoll begleitet und unterstützt von meinem Mann. Zwischendurch standen wir immer wieder in Kontakt mit dem Geburtshaus. Gegen 3 Uhr nachts machten wir uns schließlich gemeinsam auf den Weg dorthin. Als wir ankamen, war bereits eine andere Geburt in Gang, dennoch wurden wir ruhig und herzlich empfangen.
Der grüne Geburtsraum war liebevoll vorbereitet, mit Kerzen und gedämpftem Licht. Ich konnte in Ruhe ankommen, meine selbst erstellte Playlist lief im Hintergrund und schuf eine vertraute Atmosphäre. Überraschenderweise konnte an diesem Abend keine der Hebammen aus Team B, die ich aus der Vorsorge kannte, meine Geburt begleiten, was mich zunächst etwas nervös machte – völlig unbegründet, wie sich zeigte. Theresa aus Team A begleitete uns sehr achtsam und war jederzeit für uns da. Mein Wunsch war eine Wassergeburt. Zwar hat das am Ende nicht geklappt, aber ich verbrachte viel Zeit in der Badewanne, was mir sehr geholfen hat, zu entspannen und Kraft zu sammeln.
Die Geburt war intensiv und fordernd. Zwischendurch gab es einen Moment, in dem kurz die „Luft raus“ war und ich Angst hatte, nicht mehr genug Kraft zu haben und vielleicht doch ins Krankenhaus zu müssen. Mit Unterstützung, Zuspruch und kleinen Pausen fand ich jedoch immer wieder zurück in meine Kraft.
Am Morgen kam zum Schichtwechsel Hebamme Cecilia dazu und brachte noch einmal neue Energie und Kraft in den Raum. Mit ihrer Unterstützung kam die Geburt wieder gut in Gang. Gegen Ende spürte ich Elinas Kopf immer deutlicher und wusste: Sie ist ganz nah. Schließlich durfte ich Elina aus eigener Kraft gebären – begleitet von Cecilia und unterstützt von meinem Mann.
Am Sonntag, den 16. März 2025, um 11:28 Uhr habe ich unsere Tochter Elina geboren und konnte sie direkt in die Arme nehmen. Wir hatten viel Zeit, um anzukommen, uns kennenzulernen und zu stillen. Die Plazenta wurde in Ruhe geboren und ich durfte die Nabelschnur selbst durchtrennen – ein ganz besonderer Moment für mich. Elinas Papa übernahm das erste Wickeln und Anziehen und ich wurde in der Zeit versorgt und meine Geburtsverletzungen behandelt.
Nach ein paar Stunden konnten wir noch am selben Tag nach Hause gehen – müde und voller Liebe.
Ich bin sehr dankbar für die liebevolle Begleitung während der Schwangerschaft sowie für die achtsame und stärkende Unterstützung bei der Geburt. Das Team vom Geburtshaus Frankfurt und die Hebammen haben diesen Weg für uns zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Danke euch von Herzen für die Betreuung während der Schwangerschaft, der Geburt und auch danach
Geburtsbericht
Warum Geburtshaus
Ich glaube fest daran, dass wir Frauen die Stärke haben, selbstbestimmt ohne größere Intervention zu gebären (vorausgesetzt, dass alle vorherigen Check-Ups gut waren). In anderen Ländern wie den Niederlanden verlaufen über 90% außerhalb des Krankenhauses. Bereits mit unserem ersten Kind wollten wir bereits ins GH, hatten allerdings einen frühzeitigen Blasensprung, weswegen wir ins Krankenhaus mussten. Meine Erfahrungen dort waren wenig positiv.
Geburt im Geburtshaus
Zu jeder Vorsorgeuntersuchung oder Gesprächen Geburtshaus habe ich mich immer vollkommen entspannt gefühlt und ich konnte ganz ehrlich sein in dem, was ich denke und fühle. Das Vertrauensverhältnis mit jeder Hebamme war von Anfang an unfassbar groß.
Die meisten Vorsorgeuntersuchungen hatte ich, eher zufällig, bei Josy. Und so hatte ich eine besondere Verbindung zu ihr. Sie wusste, wie groß mein Wunsch war, im Geburtshaus zu gebären. Als ich bereits einige Tage nach Termin war und wir direkt vor Weihnachten standen, wo das Geburtshaus zumacht, rief mich Josy an und fragte, ob ich eine Einleitung mittels Rizinus Cocktail in Betracht ziehen würde. „Natürlich“ war meine Antwort. Zwischen Cocktail und nächsten Check-Up, ging ich nach Hause, um mich auszuruhen. Als ich von einer Wehe geweckt wurde, rief in dem Moment Josy an, als hätte sie es gewusst. Die Wehen kamen bereits alle 2 Minuten. Die Fahrt von 20 Minuten war trotzdem aus haltbar. Dort angekommen, haben wir uns etwas zu essen bestellt und ich aß eine Kleinigkeit zwischen den Wehen. In den nächsten viereinhalb Stunden hatte mich Josy immer wieder begleitet und kleine Tipps gegeben, welche Position oder Bewegung gut tun würde und es war immer goldrichtig, es auszuprobieren. Als die Schmerzen ihren Höhepunkt erreichten, ging ich in die Wanne. Mit dem Körper auf einer schwimmenden Banane liegend und im Vierfüßler Stand. Josy hatte mir ein Handtuch über den Rücken gelegt und mein Mann goss immer wieder warmes Wasser darüber. Das warme Wasser sorgte nicht dafür, dass die Wehen weniger schmerzhaft waren, sondern die Abstände länger und so hatte ich mehr Verschnaufpause zwischen den Wehen. Plötzlich hatte ich einen unfassbaren Pressdrang und da platzte auch schon die Fruchtblase. Während dieser Pressphase, in der ich selbst kaum noch Kontrolle hatte, leitete mich Josy ein wenig an, um wieder Kontrolle zu bekommen, nur unter Wehen zu pressen. Das half enorm! Vermutlich rutschte der Kopf beim Blasensprung nach unten, sodass das Baby einfach in wenigen Minuten bereits da war. Wie besprochen, hatte sie meinem Mann die Möglichkeit gegeben, unser Kind als erstes entgegenzunehmen, erst den Kopf, dann den Rumpf und dann das ganze Kind. Ich drehte mich um und nahm es von meinem Mann entgegen. Das war ein wundervoller Moment! Als das Wasser abgelassen wurde, merkte ich erst mal, wie erleichternd es war im Wasser zu liegen. Mein Mann und ich legten uns aufs Bett. Die Nabelschnur war so lang, dass ich ihm das Kind auf die nackte Brust legen konnte und die beiden ein bisschen kuscheln konnten. Währenddessen schnitt ich die Nabelschnur durch. Danach kam die Plazenta und Josy erklärte sie uns genau, weil uns interessierte. Während Josy die U1 machte, konnten wir uns ein wenig ausruhen und ich noch mal etwas essen. Ich duschte mich ab und da ich keine Geburtsverletzung hatte, konnte ich mich direkt anziehen. Noch etwas ruhen, quatschen noch und lachten zusammen und fast als ob nichts gewesen wäre. Nach Geburt waren wir 3h Stunden später auch schon auf dem Weg nach Hause durch die Nacht - wo alles ganz still war auf den Straßen, hatte alles eine besondere Stimmung. Ich verspüre so viel Dankbarkeit an alle, die mitgewirkt haben, ganz besonders und Josy, die mir ermöglicht, hat diese Erfahrung machen zu dürfen.
Willkommen im Leben
Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest informierte ich mich über das Geburtshaus. Mein Mann und ich nahmen noch im selben Monat an einem Infoabend teil. Ich fühlte mich in den Räumlichkeiten und mit den beiden Hebammen, die den Abend leiteten, sofort wohl, und jeder weitere Kennenlern- oder Vorsorgetermin bestärkte meinen Wunsch, mein Kind dort zu gebären.
Als in der Nacht +7 nach ET menstruationsartige Schmerzen eintraten, spürte ich eine vorfreudige Erwartung in mir. Ich versuchte mich wie zuvor geübt in einen tranceartigen Zustand zu versetzen, diese Phase als Öffnung des Muttermundes wahrzunehmen und mich auf mein Baby zu freuen. In den Morgenstunden weckte ich meinen Mann und wir telefonierten mit dem Geburtshaus. Die Hebamme erkundigte sich nach meinen bisherigen Wellen und stellte fest, dass wir wohl noch etwas warten müssten. Den ganzen Tag über hatte ich in kurzen Abständen Wellen, sodass ich am Abend etwas erschöpft erneut mit dem Geburtshaus telefonierte. Erneut reagierte die Hebamme sehr empathisch und gab mir ein paar wertvolle Tipps zum Atmen, die direkt halfen. Den tranceartigen Zustand hatte ich nach ungefähr 12 Stunden aufgegeben, seither konzentrierte ich mich nur noch auf die Atmung. Auch die zweite Nacht hatte ich regelmäßige Wellen, die in den Morgenstunden zum Glück etwas größere Abstände bekamen. Das CTG am Mittag im Geburtshaus war unauffällig, sodass wir wieder nach Hause fahren durften. Am dritten Abend mit Wellen fühlte ich mich zunehmend erschöpft und die Wellen wurden immer schwieriger auszuhalten. Nach erneuter Rücksprache mit der Hebamme entschieden wir daher um zwei Uhr nachts ins Geburtshaus zu fahren. Dort war bereits alles von Nele und Leonie vorbereitet, die Kerzen brannten, das Licht war gedimmt und ich war direkt sehr erleichtert. Schnell stieg ich in eine warme Wanne, was guttat. Die beiden Hebammen hatten eine sehr beruhigende Wirkung auf mich, sie strahlten eine große Ruhe und Sicherheit aus und ich fühlte mich gut aufgehoben und feinfühlig und respektvoll behandelt. Im Geburtsraum wechselte ich mehrmals die Positionen. Mein Mann unterstütze mich beim Atmen und die Hebammen schlugen immer wieder etwas vor, was ich manchmal umsetzte, manchmal nicht. Die erste Messung des Muttermundes am frühen Morgen lag bei 6 cm, was mich sehr erleichterte und mir Kraft gab, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Die unaufgeregte Stimmung und die Zuversicht der Hebammen trugen mich bis zum Schichtwechsel am Morgen. Als Josi kam und Nele sich verabschiedete, spürte ich eine große Dankbarkeit für die bisherige Begleitung, aber auch für die neue Energie, die mit Josi in den Raum kam. Josi maß bereits 9 cm Muttermundöffnung, was mich sehr freute, da ich mich mittlerweile noch erschöpfter fühlte. Nach einer längeren Phase mit dem TENS-Gerät entschied ich mich erneut für ein Bad. Dort wurden meine Wellen intensiver und schließlich entstand der Druck zum Pressen. Diese Phase habe ich sehr intensiv und kraftvoll erlebt. Ich war sehr dankbar für den nahen Kontakt zu Josi, die mir zwischen den Wellen ermutigende und bekräftigende Worte zusprach. Auch mein Mann war sehr nah bei mir und goss immer wieder warmes Wasser über meinen Rücken, sodass ich mich gut aufgehoben fühlte und meine Tochter schließlich in der Wanne geboren werden konnte.
In den anschließenden drei Stunden wurden wir sehr liebevoll und einfühlsam von den Hebammen begleitet und hatten eine wunderschöne erste Zeit zu dritt. Auch während der Plazentageburt und der Versorgung meiner Verletzungen erlebte ich die Hebammen als geduldig, einfühlsam und respektvoll. Genau so, wie ich es mir gewünscht hatte. Wir verließen das Geburtshaus sehr berührt und dankbar für diese wundervolle Begleitung diesem intensiven Ereignis.
Eine selbstbestimmte Geburt mit liebevoller Betreuung – Unser Weg im Geburtshaus
Von Geburtshäusern hatte ich schon in den sozialen Medien gehört, lange bevor ich selbst schwanger war. Als ich dann schwanger wurde, ging mir einer dieser positiven Erfahrungsberichte nicht mehr aus dem Kopf. Mir war schnell klar, dass ich mir das Geburtshaus unbedingt selbst ansehen möchte.
Also informierten wir uns über den nächsten Infoabend. Vorher waren wir bei einem Infoabend in einem Krankenhaus, doch dort blieben wir nur wenige Minuten. Es war sehr unpersönlich, viele Menschen auf engem Raum, wir standen weit hinten und konnten weder die sprechende Person noch die Präsentation richtig sehen.
Im Geburtshaus war sofort alles anders. Die Atmosphäre war ruhig, herzlich und überschaubar. Die Vorstellung wurde von einem Elternpaar gehalten, das selbst dort entbunden hatte, und zwei Hebammen standen für alle Fragen zur Verfügung. Dieser Abend hat uns sofort überzeugt. Uns war klar: Hier möchten wir unser Kind auf die Welt bringen.
Zunächst kamen wir auf die Warteliste. Um unsere Chancen zu erhöhen und das Team besser kennenzulernen, entschieden wir uns, so viele Vorsorgetermine wie möglich im Geburtshaus wahrzunehmen. Das war im Nachhinein eine der besten Entscheidungen überhaupt.
Jeder Termin war nicht nur eine medizinische Kontrolle, sondern auch eine Gelegenheit, Fragen zu stellen und über die Schwangerschaft und die Geburt zu sprechen. Man spürt dort, dass das Wohl der Frau und ihre individuellen Wünsche im Mittelpunkt stehen.
Es gab Gesprächstermine, um Risiken zu besprechen, als auch um den Geburtsplan zu besprechen. Alles, was wir sagten, wurde respektiert – egal ob es sich um einen Wunsch oder eine Grenze handelte. Dieses Gefühl, ernst genommen zu werden, hat mein Vertrauen in eine natürliche Geburt im Geburtshaus sehr gestärkt.
Knapp eine Woche vor dem errechneten Termin bekamen wir schließlich die Zusage. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir fast alle Hebammen kennengelernt, was eine vertraute und ruhige Basis für die Geburt geschaffen hat.
Als die Wehen zu Hause begannen, war sofort eine Hebamme telefonisch erreichbar. Ich konnte sie jederzeit anrufen. Sie ermutigte mich, auf meinen Körper zu hören, und gab mir hilfreiche Tipps, um die Eröffnungswehen zu Hause gut zu verarbeiten. Das war sehr hilfreich: Als ich nach einer langen Nacht morgens um sechs Uhr im Geburtshaus ankam, war der Muttermund bereits fünf Zentimeter geöffnet.
Meine Geburt verlief individuell und hat sich am Ende etwas hingezogen, doch die Betreuung war in jeder Phase wunderbar. Zwei Hebammen begleiteten mich liebevoll durch alle Höhen und Tiefen. Sie waren da, wenn ich ein warmes Bad wollte, wenn ich einfach reden oder auch mal weinen musste. Gleichzeitig gaben sie uns Raum, wenn mein Mann und ich Zeit für uns brauchten.
Diese persönliche Betreuung, das Gefühl der Sicherheit und die stetige Ermutigung haben meine Geburt zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine Geburt als etwas Schönes und Stärkendes erleben durfte – etwas, das leider nicht selbstverständlich ist.
Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, empfinde ich tiefe Dankbarkeit. Es war eine wunderbare Erfahrung, und ich würde jederzeit wieder im Geburtshaus entbinden.
Ein unbeschreibliches erstes Mal im Geburtshaus Frankfurt
Das Geburtshaus in Frankfurt wurde uns von einer sehr guten Freundin empfohlen und für mich war schon bevor ich schwanger war klar, dass eine Entbindung im klinischen Umfeld, nicht in Frage kommt. Mein Mann war dem ganzen noch etwas skeptisch gegenüber, weil der Weg für uns „sehr“ weit ist (> 60km).
Um meinen Mann von der Idee im Geburtshaus zu entbinden zu überzeugen, vereinbarte ich unseren ersten Termin mit Vorsorge und Kennenlerngespräch. Wir sind beide aus dem Termin raus, haben uns angeschaut und gesagt, dass ist der Ort an dem unser Wunder zu Welt kommen soll. Wir waren von der Herzlichkeit, den Räumlichkeiten und der Betreuungszeit, die sich genommen wurde, begeistert.
Wir haben uns direkt am nächsten Tag für die Entbindung im Geburtshaus angemeldet (sehr unkompliziert via Telefon) und waren überglücklich zu erfahren, dass wir einen Platz bekommen haben. Die Vorsorgetermine waren immer ein Highlight für mich, denn es wurde sich Zeit für unsere Fragen genommen, für mich, für meinen Mann und für unser kleines Wunder. Die letzten beiden Vorsorgen vor ET waren für uns ganz besonders, weil wir wussten, es dauert nicht mehr lange und die Geburt steht bevor. Uns bzw. mir wurde sehr viel Mut gemacht und all unsere Unsicherheiten wurden uns genommen. Bei unserer letzten Vorsorge (13 Tage vor ET) wussten wir beide, das war das letzte Mal, dass wir ohne Baby nach Hause fahren und genauso war es auch. Wir waren immer begeistert von der Arbeitsweise der Hebammen, wie sie mit ganz natürlichen Möglichkeiten (z.B. Händen) nach unserem Wunder geschaut haben und uns immer ein gutes Gefühl geben haben, dass alles in bester Ordnung sei.
Bereits 3 Tage nach der letzten Vorsorge erblickte unser kleines Wunder das Licht der Welt. Die Geburt war aufregend, voller Liebe und für uns als Eltern überwältigend. Für uns als Paar die wundervollste Erfahrung, die wir erleben durften. Wir können noch immer unsere Erfahrung nicht in Worte fassen.
Unsere Hebamme hat uns am Tag der Geburt mit Ruhe und einer liebevollen Art empfangen und durch die Wehen begleitet. Sie war zu jederzeit Teil unsere Teams und nicht wegzudenken. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unwohl, unter Druck gesetzt oder „schwach“ gefühlt. Mein Mann und unsere Hebamme haben mir Energie für die Geburt gegeben und mich unterstützt - ganz intuitiv, wie ich es gebraucht habe.
Nachdem unser kleines Wunder in unseren Arm lag, gab es nur noch uns drei. Die Hebammen haben uns diesen unbeschreiblichen Moment nur zu Dritt genießen lassen. Die Atmosphäre im Raum war gefüllt mit ganz viel Liebe, Geborgenheit und Stolz.
Auch die Stunden nach der Geburt waren ganz entspannt und haben sich wundervoll angefühlt. Während sich die Hebamme um mich gekümmert hat, durfte mein Mann die U1 mit der anderen Hebamme durchführen und unser Baby zum ersten Mal wickeln und anziehen. Sie gaben mir alle Zeit, die ich brauchte nach der Geburt, um fahrbereit zu sein (ich habe was gegessen, getrunken und war abgeduscht).
Die Fahrt nach Hause in der Nacht (trotz der 60 km) war für uns magisch, denn alles war so still und es gab einfach nur uns drei. Ich bzw. Wir können uns nur bei dem Geburtshaus und unseren wundervollen Hebammen bedanken. Wir durften eine Geburt mit Ruhe, Selbstvertrauen und ganz viel Geborgenheit erleben und würden jederzeit wieder dort entbinden – vielleicht irgendwann ein zweites Wunder.
Freut euch auf eine unvergessliche Erfahrung, die auf euch wartet, wenn ihr euch für die Geburt im Geburtshaus Frankfurt entscheidet ♥️
Geburt unseres Kindes im Geburtshaus
Unser Kind ist jetzt fast ein Jahr bei uns. Es war eine wundervolle Reise mit Bergen und Tälern, ganz neuen Perspektiven und neuen vorher unbekannten Pfaden.
Im Hochsommer letztes Jahr, als die Pflaumen reif wurden, war es soweit. An einem Wochenende merkte ich, dass sich unser Kind auf den Weg machen will. Bei mir läutete der Schleimpfropfabgang die Geburt ein. Außerdem merkte ich, dass irgendetwas „anders“ war. Ich hatte so eine Ungeduld in mir. Ich wusste einfach, dass es jetzt Zeit ist. Ich meldete mich schonmal im Geburtshaus. Es tat gut, mit jemandem darüber zu sprechen, dass es jetzt bald losgehen könnte. Eigentlich hätte sich unser Baby noch zwei Wochen Zeit lassen können. Aber sowohl ich, als auch meine Schwester sind vor Termin gekommen. Bei unserem Baby sollte es also auch so sein. Am Sonntag merkte ich, dass es losging. Ich bekam regelmäßige Wehen. Zunächst aber nur ganz subtil. Mittags waren wir noch zusammen Essen. Das Besteckgeklapper und die Gespräche, die ich sonst als Atmosphäre sehr liebe, waren mir auf einmal viel zu viel. Ich hatte ein starkes Bedürfnis, mich zurückzuziehen und meine Ruhe zu haben. Wir bereiteten uns mental schon darauf vor, bald ins Geburtshaus zu fahren. Ein Hindernis gab es jedoch noch: Den Iron-Man, der an diesem Wochenende in Frankfurt und Umgebung stattfand. Gefühlt alle Straßen waren gesperrt. Wir stellten fest: Jetzt zum Geburtshaus zu kommen, war schwierig bis unmöglich. Ich war also sehr froh als die Veranstaltung sich dem Ende zuneigte. Denn gegen Abend wurden die Wehen deutlicher. Ich telefonierte mit dem Geburtshaus. Wir sprachen über die Abstände und Intensität – es war noch Zeit. Also ging ich nochmal zuhause in die Badewanne (schon da merkte ich übrigens, dass das nicht so meins ist). Wir versuchten auch nochmal zu schlafen, aber das funktionierte überhaupt nicht. Denn ich empfand die Wehen mittlerweile als kräftig und begann sie zu veratmen. Erst nur zögerlich und dann – als ich merkte wie gut das tat – selbstbewusst. Sicher hätten wir noch länger zuhause bleiben können. Aber nach einer Zeit merkte ich, dass ich mir Betreuung wünschte. Wir verabredeten uns also auf 2 Uhr im Geburtshaus. Dort nahm uns Nora in Empfang. Wir richteten uns spontan im roten Zimmer ein (eine super Entscheidung, wie sich noch herausstellen sollte). Für das andere Zimmer kündigte sich sehr bald nach uns auch ein Paar an. Erstmal wurde CTG geschrieben – währenddessen musste ich schon kräftige Wehen verarbeiten. Und auch Nora meinte, das seien schon kraftvolle Wellen. Ich hatte Hoffnung, dass sich das schon ein bisschen ausgezahlt hatte. Doch der Muttermundsbefund war dann leider erstmal ernüchternd – 1cm geöffnet. Uff. Meine Wehen waren aber echt schon heftig. Ich hatte bald eine Lieblingsposition, um sie zu veratmen – im Stehen an der Sprossenwand. Da war ich über das rote Zimmer froh. Doch sehr bald gab es eine Planänderung: Wir müssen dich nochmal ein bisschen runterbringen, war Noras Ratschlag. Nochmal Kraft tanken, nochmal ein bisschen versuchen, sich auszuruhen. Denn die Geburt würde ihrer Vermutung nach, noch länger dauern. Ich bekam ein Buscopan Zäpfchen und Nora ließ mir warmes Wasser in der Wanne ein. Und ich verschwand mit dem Buscopan Zäpfchen auf dem Klo. Was übrigens die ganze Geburt meine persönliche Hölle war, war mich auf die Toilette setzen. Denn da erwartete mich leider immer eine besonders unangenehme Wehe.
Als ich dann in der Wanne lag, unter ein Tuch gekuschelt und auf ein angenehmes Badekissen gestützt, kehrte dann tatsächlich nochmal etwas Ruhe ein, bzw. die Wehenabstände wurden etwas länger und die Wehen etwas weniger intensiv. Doch an schlafen war trotzdem nicht zu denken. Ich und mein Mann durchwachten die Nacht von Wehe zu Wehe. Mal in der Wanne im Sitzen, mal in der Seitenlage. Leider musste ich mich zwischendurch auch mal übergeben, was ich als sehr unangenehm empfand. Und auch die Wanne war, wie schon gesagt, nicht so meins. Ich fand da irgendwie nicht die richtige Position, in der ich die Wehen gut veratmen konnte. Ich hatte irgendwann den Wunsch wieder an Land zu gehen. Nora checkte nochmal den Muttermund und leider hatte sich wenig getan. Außerdem war sie besorgt, ob die Fruchtblase eventuell schon unbemerkt gesprungen war. Denn wenn die Fruchtblase schon unbemerkt einige Tage offen gewesen wäre, hätte ich in die Klinik umziehen und ein Antibiotikum bekommen müssen. Es wurde also ein Fruchtwassertest gemacht. Während wir im Bett auf das Ergebnis warteten, merkten wir, dass es im anderen Zimmer anscheinend einen Endspurt gab. Und dann – mitten in den friedlichen Morgenstunden – gab es drüben einen ersten Babyschrei. Wahnsinn. Es war also möglich, hier wurden Babys geboren. Ich war total gerührt und konnte mir noch gar nicht vorstellen, dass es bei uns auch fast so weit war.
Doch dann gab es noch einen ernüchternden Moment: Der Fruchtwassertest war positiv. Und wir standen vor der Entscheidung, in die Klinik umzuziehen, denn es war nicht klar, wann die Blase gesprungen war. Das war glaube ich der Tiefpunkt meiner Geburt. Denn ich wollte nicht in die Klinik und war schon sehr angestrengt und hatte eine schlaflose Nacht voller Wehen hinter mir. Wir einigten uns darauf, in einigen Stunden den Muttermund nochmal zu checken und hierzubleiben, wenn die Geburt gut voranging. Ich war mittlerweile von der Wanne auf das Tens-Gerät umgestiegen. Beste Entscheidung überhaupt. Ich habe das Tens-Gerät so gerne unter der Geburt genutzt. Es war super das auszuprobieren. Am Vormittag gab es einen Schichtwechsel. Nora gab an Josi ab. Der Muttermund war bei 2 cm. Immer noch wenig, aber es tat sich endlich was.
Über den Vormittag ging die Geburt gut voran. Als Josi mich das erste Mal so gegen 10 Uhr untersuchte, war der Muttermund bei 4 cm. Endlich, endlich ging es weiter. Leider war aber auch die Erschöpfung schon ziemlich groß. Gut, dass Josi mit Traubenzucker um die Ecke kam. Der käme bei einer nächsten Geburt auf jeden Fall in meine Geburtstasche! Denn weder Snacks noch Cola konnte ich gut bei mir behalten. Ich weiß nicht, wie viele Traubenzucker ich unter der Geburt verputzt habe. Viel wichtiger war aber die unermüdliche Unterstützung von meinem Mann, der die ganze Zeit an meiner Seite war und dem ich natürlich, wie im besten Klassiker, die Hände in jeder Wehe quetschte.
So turnte ich durch das Zimmer – von der Sprossenwand, auf den Pezziball, ans Tuch, das von der Decke hing. Zwischendrin wieder Badewanne. Ich habe dieses Zimmer so verschlissen. Unglaublich. Ich glaube es blieb wirklich keine Position unversucht. Die Wehen waren auch echt heftig. Zwischendrin hatte ich selbst auch mal den Impuls in die Klinik zu gehen, um eine PDA zu bekommen. Aber als ich dann über eine Verlegung nachdachte, wollte ich das auch wieder auf keinen Fall. Die Stunden verschwammen. Josi öffnete zwischendrin auch meine Fruchtblase endgültig. Eine gute Entscheidung, ab da ging es super voran. Bis zur Geburt unseres Kindes kämpfte ich vor allem mit der Erschöpfung. Ich nickte sogar mal zwischen den Wehen kurz weg. Unglaublich, was der Körper da leistet. Am späten Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr bekam ich dann Presswehen, jetzt würde es hoffentlich nicht mehr lange dauern. Ich fieberte der Geburt unseres Kindes so sehr entgegen und konnte mir aber bis zum Ende das alles kaum vorstellen. Gleich sollte wirklich ein Baby aus mir rauskommen? Doch dann meinte Josi, sie kann Haare sehen. Sie hielt mir einen Spiegel hin. Und tatsächlich, da waren Haare. Ohne dass ich das wirklich mitbekam (ich war so sehr in meinem eigenen Film) hatte Josi auch mit dem Dammschutz begonnen. Und sie erklärte mir, wie ich atmen sollte, wenn das Köpfchen über den Damm kam. Ich war in der tiefen Hocke vor dem Bett und spürte: das werden die letzten Wehen. Ich wollte bis zum Schluss den Spiegel haben. Josi musste ihn weiter für mich halten, damit ich sehen konnte, was passiert und wo ich hinschieben soll. Für mich war das total hilfreich.
Und ohne, dass ich es mitgeschnitten hätte, kam auch irgendwann Luisa als zweite Hebamme dazu. Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern.
Und dann, kurz vor 18 Uhr, war es so weit. Unser Baby wurde geboren. Ich sah sofort, dass es ein Mädchen war. Und sie schrie schon als sie auf die Welt kam. Die nächsten Minuten waren einfach nur unbeschreiblich. Wir durften erstmal in Ruhe auf dem Bett kuscheln, ankommen. Ich war überglücklich, als die Kleine das erste Mal die Brust fand und nuckelte. Und dann wurde auch die Plazenta unkompliziert geboren.
Josi nähte mich anschließend noch – das fand ich leider unangenehm. Nicht weil, es wehgetan hätte. Ich hatte nur leider solche Angst davor. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ein Spray gegen die Schmerzen wirken sollte? Deswegen war ich ziemlich verkrampft. Es tat aber wirklich null weh und Josi war so lieb und einfühlsam.
Unsere kleine Tochter war solange beim Papa auf der Brust, schön gewärmt mit einer Decke und einem Kirschkernkissen. Die U1 lief super. Dann half ich dabei, die Kleine anzuziehen. Die Klamotten waren diesem kleinen zierlichen Geschöpf gnadenlos zu groß. Schließlich machten wir uns zu dritt auf den Heimweg. Über der Stadt hing riesengroß der Vollmond. Neben mir schlief meine frischgeborene Tochter im Autositz. Diesen Moment werde ich nie vergessen.
Die Geburt war das Wunderbarste, Kraftvollste und Unglaublichste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Ich bin sehr stolz darauf und wir sind dem Team im Geburtshaus und den Hebammen – Nora, Josi, Luisa und der tollen Hebammenstudentin- unendlich dankbar für diese Erfahrung. Danke für eure liebevolle Begleitung, Fürsorge und Kompetenz. Ich habe mich so sicher und aufgehoben gefühlt.
Jetzt sind wieder bald die Pflaumen reif. Und ich backe unserem kleinen Pflaumenmädchen in wenigen Tagen ihren ersten Geburtstagskuchen.
Die Geburt unseres Sohnes im Geburtshaus
Schon zwei Nächte vor der eigentlichen Geburt begannen bei mir die Wehen. Sie kamen und gingen, mal stärker, mal schwächer. In diesen Nächten telefonierte ich mit dem Geburtshaus, um die Abstände und Intensität der Wehen zu besprechen und einzuschätzen, wann ich ins Geburtshaus kommen soll. Da meine Fruchtblase noch nicht gesprungen war, war ich mir sehr unsicher, wann es soweit war. Die ruhige und einfühlsame Beratung der Hebammen half mir, diese Zeit gut zu überstehen und mir meine Aufregung und Unsicherheit zu nehmen. Beides Mal waren die Abstände meiner Wehen und deren Intensität noch nicht so weit, dass die Geburt kurz bevor stand.
Am Abend des 20.09. wurden die Wehen dann intensiver und regelmäßiger. Gegen 21 Uhr hatte ich dann auch den Blasensprung. Nach Rücksprache mit dem Geburtshaus entschieden wir, uns um 22:15 Uhr dort zu treffen. Im Geburtshaus angekommen, wurden wir herzlich von Nele begrüßt und richteten uns im Grünen Raum ein. Die Atmosphäre war ruhig und geborgen – genau das, was ich mir für die Geburt gewünscht hatte.
Da ich die zwei Nächte vorher nicht viel geschlafen hatte und erschöpft war, bin ich immer mal wieder eingeschlafen. Die Betreuung durch die Nele und die Hebammenschülerin war ganz nach unserem Bedarf: Sie waren da, wenn wir Unterstützung brauchten, und gaben uns gleichzeitig den Raum, den ich brauchte, um in meinem eigenen Rhythmus mit den Wehen umzugehen. Mir wurde kein Druck oder Stress gemacht. Alles sollte sich natürlich entwickeln.
Nach ein paar Stunden wollte ich zur Schmerzlinderung ein Buscopan-Zäpfchen. Zum „anschieben“ der Geburt habe ich einen Tee bekommen und bin in die Badewanne gegangen.
Die Nacht über waren die Wehen in der Intensität konstant, wobei die Abstände unterschiedlich lang waren. Ich habe versucht noch etwas zu essen, um Kraft zu sammeln für die letzte Phase der Geburt. Da der andere Raum nicht belegt war, hatten wir das Geburtshaus ganz für uns und konnten uns sehr frei bewegen und alle Räumlichkeiten nutzen.
Am Morgen des 21.09. um 9 Uhr gab es einen Schichtwechsel und Luisa hat übernommen. Nach einer Untersuchung des Muttermunds wurde festgestellt, dass die Vorblase noch intakt war und meine Blase voll. Luisa hat die Vorblase geöffnet und mit einem Blasenkatheter meine Blase entleert. Nur kurze Zeit später wurden die Wehen sehr intensiv und gingen in Presswehen über.
Wir probierten verschiedene Gebärpositionen aus, um herauszufinden, welche für mich am angenehmsten war und in denen ich gut pressen konnte. Besonders gut funktionierte es für mich im Yogi-Squat. In dieser Position blieb ich solange, bis der Kopf draußen war. Zwischen den Wehen wurde immer der Herzschlag des Babys gehört, um sicherzustellen, dass mit ihm alles gut ist. Nachdem der Kopf draußen war, wechselte ich in den Vierfüßlerstand – und dann war es soweit:
Um 14:02 Uhr wurde unser Sohn geboren.
Nach der Geburt haben wir uns ins Bett gelegt und unser Sohn wurde mir auf den Bauch gelegt. Luisa und […] haben sich erst einmal zurückgezogen und uns Zeit gegeben uns kennenzulernen.
Wir fühlten uns während der gesamten Geburt wohl und bestens betreut. Die Atmosphäre war genauso entspannt und heimelig, wie wir es uns gewünscht hatten. In diesem liebevollen, geschützten Raum durften wir unseren Sohn willkommen heißen – ein unvergesslicher Moment.
Geburtsbericht
Unsere erste Geburt im Geburtshaus und vermutlich nicht die Letzte
Nach dem Infoabend im Krankenhaus war mir schnell klar: Ich möchte mein Kind nicht in einer klinischen Umgebung zur Welt bringen. Mir war eine warme, vertraute Atmosphäre wichtig, in der ich mich sicher und geborgen fühlen kann – mit einer 1:1-Betreuung, fernab vom typischen Krankenhausfeeling.
Also machten wir uns auf die Suche nach Alternativen und kontaktierten das Geburtshaus. Da wir relativ spät dran waren, kamen wir zunächst auf die Warteliste. Trotzdem durfte ich bereits einige Vorsorgetermine dort wahrnehmen – eine tolle Gelegenheit, die verschiedenen Hebammen kennenzulernen. Jede einzelne Begegnung hat mich in meinem Gefühl bestärkt: Hier möchte ich mein Kind zur Welt bringen. Mit jedem Termin wuchs mein Wunsch nach einem festen Platz – und etwa eineinhalb Monate vor dem errechneten Termin kam die erlösende Nachricht: Wir dürfen dort entbinden!
Als es dann endlich losging, riefen wir im Geburtshaus an und wurden herzlich und in aller Ruhe empfangen. Vom ersten Moment an fühlte ich mich gut aufgehoben. Die Hebammen waren einfühlsam und unterstützten mich genau dann, wenn ich es brauchte – ruhig, entspannt und mit viel Verständnis. Sie schlugen mir immer wieder neue Geburtspositionen vor und halfen mir, auf meinen Körper zu hören. Es war, als würden sie genau spüren, was mir guttut.
Auch mein Mann wurde von Anfang an wunderbar eingebunden. Die Hebammen gaben ihm hilfreiche Tipps, wie er mich unterstützen kann, sodass wir uns als starkes Team fühlten. Einige Zeit nach der Geburt durfte er die Nabelschnur durchtrennen und unser Baby im Arm halten – dieser Moment bleibt für uns beide unvergesslich. Wir lagen zu dritt im Bett, unser kleiner Schatz ganz nah bei uns, und spürten dieses unbeschreibliche Glück, das man nicht in Worte fassen kann.
Bei der ersten Untersuchung (U1) durfte mein Mann tatkräftig mithelfen und den Kleinen anschließend anziehen – ein weiterer schöner Moment.
Die Geburt im Geburtshaus war für uns ein Geschenk. Wir durften eine natürliche, achtsame Geburt erleben, in einer Umgebung voller Vertrauen und Geborgenheit.
Einige Wochen später rundete das Geburtsnachgespräch alles perfekt ab. Es war unbeschreiblich, an den Ort der Geburt zurückzukehren. Wenn wir noch einmal die Wahl hätten, würden wir uns immer wieder für das Geburtshaus entscheiden.
Geburtsbericht Paula
23:00 Uhr: Die 1. Wehe
Ich hatte mich immer gefragt, wie sich Wehen anfühlen und ob man es tatsächlich merkt, wenn es los geht. JA, ich habe ganz eindeutig gemerkt, dass unsere Kleine nun bereit ist, sich auf den Weg zu machen. Und wie sich Wehen anfühlen, weiß ich nun auch (zumindest bei mir): Ein richtig kräftiges Ziehen im unteren Rücken, welches stark in die seitlichen Oberschenkel geht. Sodass ich gegen Ende kaum stehen konnte. Ich lag auf der Couch als die erste Wehe einsetzte. Im Liegen konnte ich den Schmerz schlecht ertragen, daher bin ich intuitiv in den Vierfüßlerstand gegangen, mit dem Oberkörper auf dem Pezziball gelehnt.
23:20 Uhr: Ab ins Bett
Als die nächste Wehe einsetzte kam mein Mann vom Sport nach Hause. Wir haben uns sehr gefreut, dass es nun los ging (ET + 4). Wir machten uns Bettfertig und wollten noch etwas Schlaf tanken. Schließlich haben wir gehört, dass die Geburt beim 1.Kind meist etwas länger dauert. Daher ab ins Bett … oder auch nicht:
00:00 Uhr: Es geht doch los!
Das mit dem Schlafen wird wohl nichts. Zumindest nicht für mich. Die Wehen kommen plötzlich in kürzeren Abständen (ca. alle 4 -6 Minuten und dauern ca. 30 – 60 Sek). Nach dem ersten Funk mit dem Geburtshaus, nahm ich ein Bad. Die Wehen blieben weiterhin regelmäßig. Da ich mich noch sehr wohl zu Hause gefühlt habe und die Wehen gut veratmen konnte, beschlossen wir erst einmal hier zu bleiben. Übrigens entleerte sich mein Darm mit dem Einsetzen der Wehen und machte somit Platz für die Kleine. Ein weiteres Zeichen für uns, dass es los geht.
02:53 Uhr: Zweiter Funk mit Sarah
Beim 2. Funk mit dem Geburtshaus musste ich mich übergeben, daher übernahm mein Mann das Reden. Da die Wehen weiterhin regelmäßig alle 4 Minuten einsetzten und stärker wurden, verabredeten wir uns mit Sarah auf 04:00 Uhr im Geburtshaus.
03:15 Uhr: Ab ins Geburtshaus
Innerhalb kurzer Zeit wurden die Wehen so stark, dass ich sie kaum veratmen konnte, mich nicht mehr richtig auf den Beinen halten konnte und ich meinen Mann bei jeder Wehe zum Festhalten brauchte. Daher machen wir uns etwas früher auf ins Geburtshaus. Der Weg zum Auto und die Fahrt waren für mich im Nachhinein betrachtet die herausforderndste Zeit. Wie sich im Nachhinein feststellte, war ich schon weit fortgeschritten. Ich konnte mich in unserem kleinen Cabrio kaum hinsetzen und lag stattdessen seitlich auf dem Beifahrersitz (mehr schlecht als recht) auf ein paar Handtüchern – für den Fall, dass die Fruchtblase platzt. Das Fenster leicht geöffnet fuhren wir vermutlich deutlich zu schnell durch die Stadt und die 15-minütige Fahrt fühlte sich ewig an. Ich hatte das Gefühl mitpressen zu müssen und versuchte es zurückzuhalten. Heil froh im Geburtshaus angekommen zu sein, begrüßte uns Nele, die eigentlich eine andere Geburt begleitet hat, und führte uns ins rote Zimmer – wo ich erst mal erschöpft ins Bett falle, um in Seitenlage die nächste Wehe zu meistern. In der Wehenpause beschloss Nele mich zu untersuchen und stellte überraschend fest, dass der Muttermund komplett geöffnet und das Köpfchen schon zu tasten ist (was ich dann auch selbst spüren durfte). Das gab mir Kraft und Sicherheit, dass wir es bald geschafft haben. Die restlichen 20 Minuten war ich im Tunnel und habe alles um mich herum nur sehr leise mitbekommen. Sarah und eine Hebammenstudentin kamen dazu, ermutigten mich und halfen mir kurzfristig noch in die Badewanne (das hatte ich mir vorab gewünscht).
04:14 Uhr Unsere Wassergeburt
Sarah leitete mich sehr gut an und sagte mir genau wie ich wann atmen muss und somit kam unsere kleine Paula nach ein paar wenigen Presswehen im Vierfüßlerstand im Wasser auf die Welt. Daraufhin folgte für mich der schönste Moment: Ich durfte sie selbst aus dem Wasser nehmen und sie auf meine Brust legen und gemeinsam mit meinem Mann willkommen heißen. Für mich war das genau die selbstbestimmte Geburt, wie ich sie mir nur hätte vorstellen können.
Nach der Geburt:
Auch wenn wir de facto nur eine halbe Stunde im Geburtshaus zur Entbindung waren, würden wir jedes Mal wieder dort hingehen. Nach der Geburt hatten wir viel Ruhe und Entspannung zu dritt und wurden bestens umsorgt. Für das Abtrennen der Nabelschnur, die erste Untersuchung, das erste Anlegen und die Nachgeburt (die sich selbstständig löste und mit nur wenig Pressen geboren wurde) blieb genug Zeit und Ruhe, sodass wir uns zu jeder Zeit wohl gefühlt haben. Nach einer kurzen Dusche und einem ersten Snack ging es dann gegen 08:00 Uhr wieder nach Hause.
Resümee
Bei allen Wehen bin ich meiner Intuition gefolgt und habe die Bewegungen gemacht, die sich gut angefühlt haben (meistens stehend über einer Kommode gelehnt oder in der tiefen Hocke vor dem Pezziball). Ich hatte immer im Kopf, dass mich jede Wehe unserer Tochter ein Stückchen näherbringt. Beim nächsten Kind fahren wir aber definitiv etwas früher los :)
Geburtsbericht
Meine Hebamme zuhause und eine Freundin haben mich motiviert, das Geburtshaus Frankfurt kennenzulernen. Aufgrund einer ersten schwierigen Geburt, hatte ich mich bei meiner zweiten Schwangerschaft erst nicht getraut ohne ärztliche Versorgung die Geburt zu planen und habe mich deswegen spät (20 SSW) beim Geburtshaus gemeldet. Ich war zu Beginn auf der Warteliste und konnte dann 2 Monate vor ET einen festen Platz bekommen.
Ich finde die organisatorischen Rahmenbedingungen toll. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre und es ist schön viele Hebammen vor Geburt kennenzulernen. Meine Geburt wurde von Josy, Lena und einer Hebammenschülerin Daaje begleitet. Meine Hauptansprechpartnerin unter Geburt war Josy.
Josy hat mich perfekt begleitet. Sie hatte genau das richtige Gespür dafür was ich brauchte und war eine tolle Unterstützung auf meinem Weg zur zweifachen Mutter :)
Ich habe mich mit der Hypnobirthing-Methode „Die friedliche Geburt“ vorbereitet, was ich sehr empfehlen kann.
Nun zu meinem Geburtsbericht :)
Meinen zweijährigen Sohn konnte ich bei der Vertrauensperson lassen, mit der wir sowieso an dem Tag zum Spielen verabredet waren. So waren die Rahmenbedingungen schon mal perfekt. Bis alles organisiert war: mit der Vertrauensperson restliche Dinge besprochen, letzte Utensilien in die Tasche gepackt, mit der Hebamme im Geburtshaus telefoniert... habe ich die Wehen ohne Hypnose veratmet. Ich habe erst während der Autofahrt mit der Hypnose gestartet. Ich konnte es kaum erwarten meine Tochter bald im Arm zu haben (Geburt 40+6, ich wurde am Ende ungeduldig). Während der Fahrt (1 Stunde) war ich komplett in der Trance und habe vom Traffic nichts mitbekommen. Als wir am Geburtshaus ankamen, ergab das CTG und die Muttermund-Untersuchung, dass alles in Ordnung wäre und ich schon 7 cm geschafft hatte. Danach bin ich zur Entspannung direkt in die Badewanne gegangen und konnte mich dort komplett der Hypnose hingeben. Ab dann habe ich die Wehenpausen zur Entspannung genutzt (ohne Unterhaltung). Die ganze Zeit hat mich Kristin von der „Friedlichen Geburt“ mit ihrer Audiodatei begleitet. Josy hat nur minimal in den Geburtsprozess eingegriffen und genau im richtigen Moment die richtigen Dinge gesagt. Die Wassergeburt endete nach 1,5 Stunden mit einer tiefen Hocke und dem wunderschönen Ergebnis eine gesunde kräftige Tochter in den Arm nehmen zu können.
Rückmeldung von Josy nach Geburt: Zu Beginn dachte sie ich sei noch nicht sehr weit im Geburtsprozess, weil ich so tiefenentspannt wirkte. Als sie bei der Muttermunduntersuchung festgestellt hat, dass er schon 7 cm geöffnet war, war sie total erstaunt und positiv überrascht.
Eckdaten: Wehenstart 15/15:30 – Fahrt ins Geburtshaus 16:45 / Ankunft Geburtshaus 17:45 – Geburtsende 19:21
Ich möchte ein ganz herzliches Dankeschön an alle im Team, aber besonders an Josy aussprechen! Ich habe mich zu jeder Zeit sehr wohl und selbstbestimmt gefühlt!
Geburtsbericht Laura und Chris mit Finn
Für mich war nach dem positiven Schwangerschaftstest schnell klar, dass ich mein Baby im Geburtshaus zur Welt bringen möchte. Als ich die Bestätigung kam, dass ein Platz für mich frei ist, war das ein so unfassbar glücklicher Moment und ich konnte ein paar Tränen nicht zurück halten.
Die gesamte Betreuung durch das Geburtshaus-Team war ganz wundervoll. Mein Mann und ich haben uns von Anfang an so wohl gefühlt. Deshalb haben wir uns auch dazu entschieden, mehr als die drei obligatorischen Vorsorgetermine im Geburtshaus zu machen. So hatten wir die Chance all die tollen Hebammen aus Gruppe B kennenzulernen und wir wussten, dass wir bei der Geburt in den allerbesten Händen sein werden.
Ohne zu wissen, dass es an diesem Tag los gehen sollte, waren wir am ET+2 Nachmittags zur Vorsorge bei Theresia. Mir ging es gut und wir waren alle sehr entspannt. Abends um 22 Uhr begannen dann meine Geburtswehen und als die Abstände kürzer wurden, verabredeten wir uns für 5 Uhr morgens mit Theresia im Geburtshaus.
Theresia und Lotti (Hebammenschülerin) erwarteten uns schon in meinem grünen Wunschraum. Alles war gemütlich mit Kerzen eingerichtet und ich hatte Zeit, in Ruhe anzukommen. Nach einer Weile untersuchte Theresia mich kurz und dann durfte ich in die Badewanne. Das war herrlich. Es gab ein tolles Schwimmkissen, auf dem ich in den Wehenpausen immer wieder kurz eingeschlafen bin.
Theresia und Lotti blieben sehr im Hintergrund, was in dieser Phase der Geburt sehr angenehm war. Denn mein Mann und ich konnten dadurch dieses besondere Ereignis ganz vertraut miteinander erleben und wussten trotzdem, wir sind nicht alleine. Ungefähr alle 20 Minuten haben die beiden nach uns geschaut und sich versichert, dass es uns gut geht.
Als um 9 Uhr morgens Theresias Schicht zuende ging, wurde sie von Sarah abgelöst. Gegen 10 Uhr merkte ich, dass die letzte Phase der Geburt beginnt und Sarah rief Josy an, die dann auch bald zu uns stieß. Sarah blieb ab diesem Zeitpunkt bei uns im Raum und leitete mich perfekt an, half mir mit Vorschlägen für Positionen, die mir das Schieben erleichterten und sprach mir gut zu, wenn ich das Gefühl hatte, mir gehe die Kraft aus.
Am 10. Februar 2023 um 12:07 Uhr wurde unser kleiner Junge geboren und es war ein so überwältigend schönes Gefühl ihn selbstbestimmt in einer so wunderschönen Atmosphäre mit so wundervoller Unterstützung zur Welt bringen zu können. Wir hatten dann auch viel Zeit ihn ganz ungestört und in Ruhe kennenzulernen.
Auch die U1 und meine Nachversorgung liefen ganz entspannt ab und nach etwa 3,5 Stunden durften wir nach Hause fahren. Überglücklich und unendlich dankbar!
Ich wünschte, jede werdende Mama hätte die Chance, die warmherzige, liebevolle Betreuung von euch während der Schwangerschaft und bei der Geburt erleben zu können. Eure Arbeit ist so wertvoll. Danke, danke danke!
Meine Wassergeburt im Geburtshaus
In der Nacht von Donnerstag, den 20. Oktober, auf Freitag, den 21. Oktober, hatte ich um ca. 1:30 Uhr einen Blasensprung. Kurz gegoogelt und gelesen, dass die Wehen ab in 6 bis in 12 Stunden irgendwann losgehen würden. Wieder hingelegt, aber die ersten leichten Wehen kamen dann gegen halb 3. Um 3 Uhr habe ich mich dann bei uns zu Hause in die Badewanne gelegt, um zu schauen, ob es denn wirklich los geht. Die Wehen waren alle gut zu veratmen, wobei sie immer häufiger und stärker kamen statt wieder wegzugehen. Als die eine Wehe dann schon ordentlich stark war, bin ich aus der Badewanne raus, ca. 3:45h, und habe um 4 Uhr meinen Mann geweckt und ihn gebeten, einen Anruf beim Geburtshaus zu hinterlassen. Melissa vom Geburtshaus rief mich zurück und ich sagte, ich würde gerne direkt ins Geburtshaus kommen.
Mein Mann versucht in der Zwischenzeit unsere Freunde zu erreichen, die sich um unseren Großen Erik kümmern sollten. Da wir aber eine gute Woche vor E.T. sind und es mitten in der Nacht ist, erreichen wir niemanden. Es bleibt uns nichts anderes übrig als ihn schlichtweg mitzunehmen.
Um 5 Uhr haben wir uns im Geburtshaus verabredet. Die Wehen waren mittlerweile schon ziemlich stark, ich kann sie nicht mehr gut veratmen. Erik erlebt mich in den schon sehr schmerzhaften Wehen, jaulend im Auto auf dem Weg ins Geburtshaus. Mein Mann erklärt ihm, dass alles gut ist und nimmt ihm so mögliche Ängste.
Um 5 Uhr dort angekommen empfängt mich Melissa auf den Stufen zum Geburtshaus, nimmt mich mit in das grüne Zimmer und verpasst mit ein 30-Minuten-CTG. Die Wehen sind schon richtig stark, ich kann mich kaum auf das Veratmen konzentrieren und brauche bei jeder Wehe jemanden, der mir die Hand hält. Gut, dass sowohl Melissa, Neele wie auch mein Mann da sind, um mir bei jeder Wehe die Hand zu halten. Melissa stellt auch fest "mensch dein Körper legt ja direkt richtig los". Ich bekomme ein Buscopan-Zäpfchen, bitte aber kurz darauf nach einem weiteren. Sie meint, ich könne gleich in die Wanne, das sei dann sowieso viel besser von den Schmerzen her und das Zäpfchen bräuchte eh noch, bis es wirke. Und recht hat sie.
Erik darf in der Zeit in einem der Räume für die Vorsorge Lego spielen und kommentiert sein eigenes Spielen so laut, dass man es im grünen Zimmer hört. Melissa und Neele finden das ganz süß, so dass Melissa mich zwischen den Wehen fragt, ob er denn immer so laut spielen würde. Ich bin zu dem Zeitpunkt leider nicht in der Lage, vernünftig zu antworten – ich bin zu sehr mit mir selbst beschäftigt.
In der Wanne entspanne ich mich und es wird erstmalig insgesamt etwas ruhiger. Mein Mann versorgt mich mit Essen und Trinken. Dann folgen aber die Übergangswehen und irgendwann fängt mein Körper an, ohne mein Zutun zu pressen. Ich fühle mich direkt schlecht, weil es bei meiner ersten Geburt damals hieß "noch nicht pressen" und ich dachte, es sei zu früh. Aber Melissa und Neele nehmen mir jeden Druck und sagen, ich solle meinem Körper folgen und der Druck sei gut und wichtig, damit sich das Köpfchen in den Becken reindrückt und dreht. Die Schmerzen werden wieder schlimmer und gehen zwischen den Wehen gar nicht mehr weg, werden nur etwas weniger.
Dann folgen die richtigen Presswehen und ich habe wieder richtige Pausen zwischen den Wehen, in denen ich auch plötzlich wieder "klar" und "anwesend" bin. Melissa sagt, das habe der Körper schon gut gemacht, dass man zum Endspurt nochmal richtige Pausen hat, um Kraft zu sammeln. Das beruhigt mich ungemein und ich freue mich, dass ich es so weit geschafft habe. Jede Presswehe ist schon richtig schmerzhaft, ich schreie gefühlt den ganzen Raum zusammen. Hinterher sagt mir Lena, die dritte Hebamme, dass es sich nicht wie Schmerzschreie angehört hat, sondern wie eine wie sie sagt "kraftvolle Geburt". Melissa fragt mich, ob ich mich in eine andere Position begeben möchte. Vermutlich, weil ich im Geburtsplan geschrieben hatte, dass ich gerne aufrecht entbinden wollte. Die Schmerzen sind so arg, dass ich mir nicht vorstellen kann, mich nur einen cm zu bewegen.
Irgendwann möchte ich selbst, dass es endlich vorbei ist und presse aktiv mit so stark ich kann. Melissa hält mich zurück "langsam, langsam - bei der nächsten Wehe machst du "pep, pep, pep", wenn ich es sage". Gesagt, getan, da kam langsam das Köpfchen zum Vorschein und als es ganz draußen war, animierte mich Melissa, das Köpfchen einmal zu fühlen. Das motiviert mich nur noch mehr, so dass mit den beiden Wehen darauf auch der Körper kommt und ich meinen Kleinen endlich in den Händen halten kann. Alles ist geschafft, ich bin so glücklich und erleichtert und auch stolz.
Melissa und Neele helfen mir aus der Badewanne und ich lege mich mit meinem kleinen Schatz auf das Bett, wo ich die ersten Kuscheleinheiten intensiv genieße. Mittlerweile ist auch Lena da. Die Wehen machen eine kleine Pause, was sehr gut tut. Am liebsten würde ich ihn direkt anlegen, aber Melissa sagt, ich kann das alles ganz in Ruhe machen und brauche mich nicht zu beeilen. Sie merkt, dass ich mir Gedanken mache über die Plazenta, die beim letzten Mal nicht rauskam. Ich weiß genau, dass das bedeuten würde, dass ich ins Krankenhaus müsste und von meinem Kleinen getrennt wäre, was ich auf keinen Fall möchte. Sie beruhigt mich, sagt, ich habe ganz viel Zeit. Nach gefühlt zehn bis fünfzehn Minuten will ich aber doch etwas tun und begebe mich mit Unterstützung in den Vierfüßlerstand. Prompt kommen die Wehen wieder und die in meinen Augen riesige Plazenta wird mit einer Nachwehe rausbefördert. Lena untersucht die Plazenta ausgiebig und teilt mir relativ schnell mit, dass alles vollständig ist, so dass ich aufatme und nun so richtig glücklich und stolz bin. Sie bereitet mir sogar ein Stückchen davon auf – das soll mit der Hormonregulation nach der Geburt helfen.
Kilian wird abgenabelt und ich lege ihn an die Brust an. Er trinkt wunderbar, was mich sehr freut und auch etwas überrascht. Ich wusste nicht, dass Babys so früh nach der Geburt direkt so viel trinken können.
Erik wird vom Lego-Spielen geholt und darf seinen frisch geschlüpften kleinen Bruder kennenlernen. Er ist ganz hin und weg und sagt immer wieder, wie klein sein Bruder ist (Hände, Füße, etc.).
Kilian wird gemessen und gewogen, die Nabelschnur wird versorgt. Es werden Fußabdrücke von Kilian gemacht. Da kommt Melissa auf eine tolle Idee: Sie fragt Erik, ob er denn auch gerne Fußabdrücke machen möchte. Er bejaht das und gemeinsam machen sie Fußabdrücke direkt neben denen von Kilian, seinem kleinen Bruder. Es ergibt ein wunderschönes erstes Andenken!
Da mein Blutdruck relativ niedrig ist (85 zu 60) fange ich an, alles Mögliche zu essen und zu trinken, was wir dabeihaben. Das dauert eine ganze Weile, bis ich mich duschen und anziehen kann. Neele bittet mich, auf Toilette zu gehen und freut sich total, dass auch das klappt.
Circa vier Stunden nach der Spontangeburt können wir vier in neuer Familienkonstellation nach Hause und belohnen uns dort mit einem reichhaltigen Frühstück.
Geburtsbericht Levi
Die Geburt unseres Sohnes, wurde von meinem Mann und mir mit großer Ungeduld und Sehnsucht erwartet. Der große Vorteil beim Überschreiten des ET für sieben Tage war allerdings, dass ich durch die regelmässigen Kontrolltermine im Abstand von zwei Tagen im Geburtshaus sowohl manche Hebammen kennenlernen durfte, die ich zuvor bei den regelmäßigen Vorsorgen noch nicht kennengelernt hatte, als auch das ich mich mit den Geburtsräumen vertraut machen konnte. Das CTG wird nämlich entweder im grünen oder roten Raum geschrieben. Der Tag als er zur Welt kommen sollte wurde dann ein Mittwoch im Februar. Die Geburt kündigte sich allerdings schon am Montag durch den Schleimpfropf-Abgang an. Ich meldete mich an diesem Morgen wie nun schon gewohnt über den Funk und teilte den freudigen Befund mit und entschied mich gemeinsam mit der Diensthabenden Hebamme dagegen zu dem an diesen Tag anstehenden CTG Termin zu kommen, da sich eine Reise durch die Stadt für mich zu dem Zeitpunkt nicht gut anfühlte . Am Dienstag morgen wachte ich dann mit leichter Wehentätigkeit auf. Ich war doch überrascht wie sich Wehen anfühlen. So viel hatte ich darüber gehört und gelesen und nun waren sie da. Ich hatte das Gefühl von leichten Wadenkrämpfen im Bauch. Diese Neuigkeiten teilte ich direkt über Funk dem Geburtshaus mit und wir besprachen mit Melissa die mich zurück rief die nächsten Schritte. Mein Mann und ich waren voller Vorfreude und ich nahm ein Wannenbad was die Wehen anregen sollte, jedoch das Gegenteil bewirkte. Die Wehen gingen für eine Stunde weg und dann waren sie Abstände zwischen den Wehen 30 Minuten lang und die Wehen selber sehr gut auszuhalten. Somit verbrachten wir den Tag so aktiv wie möglich, ging viel an die frische Luft, einkaufen, zum Coronatestzentrum und sogar noch Essen im Bistro nebenan. Die ganze Aktivität wirkte Wehen fördernd . Über den Nachmittag hinweg wurden die Abstände der Wehen immer kürzer und nun sehr regelmäßigen, außerdem hatte jede Wehe hatte eine längere Dauer. Zum Abend hin wurden sie dann zunehmend intensiver und das zweite Wannenbad regte die Wehen noch mal an. Ich zog mir nach dem Bad bequeme Kleidung an und begann mich über dem Pezziball im Wohnzimmer zu entspannen, mein Becken zu lockern und die Wehen zu veratmen., mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite. Wir machten es uns im Wohnzimmer nett mit Kerzen und meiner Lieblingsmusik. Den ganzen Tag über war ich in einer positiven Grundstimmung. So gegen 21:00 riefen wir Melissa erneut an und berichteten ihr vom Stand meiner Geburt. Wir verabredeten noch etwas abzuwarten und ich sollte mich melden, wenn ich das Gefühl haben sollte, ins Geburtshaus zu wollen. Somit meldeten wir uns noch mal um 22:00 und verabredeten uns für 23:00 im Geburtshaus. Wir bestellten ein Taxi und fuhren los. Der Weg zum Geburtshaus kam mir in dem Moment so lange wie noch nie vor. Ich musste ein paar Wehen auf der Rückbank veratmen und hatte mir ein Handtuch untergelegt, falls die Fruchtblase auf der Fahrt platzen sollte.Mein Mann saß neben mir und hielt meine Hand. Die Babyschale noch leer und und die vor einer gefühlten Ewigkeit gepackten Geburtstasche im Kofferraum. Im Geburtshaus angekommen, wurden wir von Melissa und Nora begrüßt. Ein weiteres Paar hatte sich für diese Nacht angekündigt aber noch waren beide Geburtsräume leer und ich durfte mir aussuchen in welchen ich wollte.Wir bezogen das grüne Zimmer mit unserem Gepäck, für das ich mich intuitiv entschieden hatte. Dann wurde erst einmal ein CTG geschrieben und im Anschluss wurde ich untersucht. Der Befund war einen Muttermundöffnung von 1cm . Das war doch etwas enttäuschend, so dachte ich doch zu Hause, von der Intensität der Wehen, dass unser Baby in den nächsten Stunden sicher auf der Welt sein würde. Nun sollten wir es uns jedoch noch mal gemütlich machen, evtl. etwas schlafen oder uns im Geburtshaus frei bewegen. An Schlaf war für mich nicht zu denken, zu stark waren die Wehen. Ich hatte eher den Drang mich zu bewegen und so stiegen, mein Mann und ich, die Treppe im Hausflur hinauf. Ich musste viele Pausen zum Wehen veratmen einlegen. Zurück im grünen Raum setzte ich mich für eine ganze Weile auf den Pezziball, dort konnte ich die Wehen am besten veratmen. Ich fühlte mich mit Blick auf die Uhr, es muss so 2:00 nachts gewesen sein, wahnsinnig müde und dachte, dass es mir gut tun könnte mich doch mal kurz hinzulegen. Leider war die nächste Wehe so stark und in Kombination mit der Liegeposition führte es dazu, dass ich mich übergeben musste. Ein Glück war die Toilette mit im Raum. Höchste Zeit für meinen Mann Melissa zu rufen, sie gab mir eine Schüssel und half mir mich wieder zu entspannen und zu meinem Atem-Rhythmus zu finden. Sie erklärte uns, dass das Übergeben ein gutes Geburtszeichen ist und wir uns keine Sorgen machen sollten, außerdem würde mein Körper sich an die neue Stärke der Wehen gewöhnt. Ich entschied mich nach einer weiteren Weile auf dem Pezziball, ein Wannenbad einzulassen, Nora unterstützte uns dabei das Badewasser einzulassen. Ich stieg mit der Hilfe meines Mannes ins Badewasser und veratmete erneut eine Wehe. Das warme Wasser und die die neue Position führten leider dazu, dass ich mich erneut übergeben musste und somit stieg ich nach nur wenigen Minuten aus der Wanne. Die für mich beste Position sollte einfach das Sitzen auf dem Pezziball bleiben. Hier konnte mein Mann mich bei der Wehe auch durch Druck auf den unteren Rücken unterstützen. Nach dem ich nach einer ganzen Weile doch noch einmal die Seitenlage im Bett versuchte um evtl. noch Kraft zu tanken, platzte mit der nächsten Wege um 3:00 die Fruchtblase . Nora kam und gab mir eine Netzhose mit Einlage um auch zu beobachten welche Farbe das Fruchtwasser hatte. Ich nahm erneut die Sitzposition auf dem Pezziball ein und hielt mich an der Bettstange fest. Nach einer kurzen Zeit veränderte sich die Wehen und ich verspürte einen Pressdrang. Nora schlug vor mich noch mal zu untersuchen und sie stellte sehr freudig die vollständige Öffnung des Muttermund fest. Lena fragte mich in welcher Position unser Kind nun auf die Welt kommen sollte. Das überforderte mich etwas und sie schlug mir den Vierfüsslerstand auf dem Bett vor. Mit dem Oberkörper in der Hängematte konnte ich Blickkontakt mit meinem Mann halten. Er unterstütze mich durch Armdrücken bei jeder Presswehe. Diese Wehen waren ganz anders als die Eröffnungswehen. Ich konnte nun endlich aktiv mitwirken. Ich tönte nun bei jeder Wehe und konnte mich in den Wehenpausen in die Hängenatte hinein entspannen. Melissa, Nora und und Lena unterstützten mich mit ihrer ruhigen und positiven Art. Ich durfte das Köpfchen fühlen, welches sich unter einer sogenannten Glückshaube verbarg. Die Fruchtblase hatte sich nur seitlich eröffnet und unser Kind schon eine Haube aus Fruchtblase und Fruchtwasser voran. Diese musste erst manuell geöffnet werden, bevor er dann ganz zur Welt kommen konnte. Ich presste bei jeder Wehe mit und dann Kahn unser Sohn in einem Rutsch zur Welt. Kopf und Schultern wurden auf einmal geboren. Melissa fing ihn auf und legte ihn unter mich so das ich ihn hochnehmen konnte. Was für ein überwältigend Gefühl, ich konnte nicht glaube, dass nun die Wehen vorbei sein sollten und unser Sohn nun tatsächlich 6Stunden nach Betreten des Geburtshaus, auf der Welt war. Ich legte mich auf den Rücken und der kleine Schatz lag auf meiner Brust. Er wurde mit unserem mitgebrachten rote Handtuch zugedeckt. Er schrie und zitterte, beruhigte sich aber schnell wieder. Nun durften wir unser kleines Wunder erst einmal ungestört begrüßen. Die Nabelschnur wurde nach dem auspulsieren von meinem Mann durchtrennt. Der kleine Schatz trank sich satt, nach dem mir Nora zeigte mir, wie man seitlich stillt. Dann wurde der frisch gebackene Papa eingespannt und bekam unser Baby auf seine nackte Brust gelegt.
Ich konnte mich in die Hocke aufrichten und von der Hängematte getragen mit Unterstützung von Melissa die Plazenta gebären. Diese wurde auf Vollständigkeit untersucht.
Während Lena die U1 auf dem Wickeltisch in unserem Raum durchführte und meinen Mann anleitete, wie man unser Baby sauber machen kann, wickelt und anzieht, wurden meine leichten Geburtsverletzungen versorgt. Durch den Blick auf mein Baby war ich so abgelenkt, dass ich es als nicht so unangenehm empfunden habe. Nach kleinen Eingriff durfte ich mich in der Badewanne abduschen und mir frische Kleidung anziehen. Meine Beine zitterten aber ich hatte genügend Kraft um mich zu bewegen. Unser frisches Baby wartete während dessen auf Papas Arm. Als ich umgezogen war, legte ich mich noch einmal hin und kuschelte mit unserem kleinen Jungen während mein Mann unsere Sachen packte. Unser Baby wurde von Melissa in die Babyschale gesetzt. Das Taxi war bereits auf dem Weg. Ein Foto machten wir noch im Flur, das erste als kleine Familie und dann durften wir den Weg nach Hause antreten. Um 9:30Uhr lagen wir dann zu dritt, müde aber überglücklich zu Hause im Bett. Die Wohnung die wir noch vor ein paar Stunden als Paar verlassen hatten, bewohnen wir ab jenem Zeitpunkt nun als kleine Familie. Meine Geburt habe ich als eine wahre Naturgewalt erlebt. Ich erzähle gerne von meiner Erfahrung und so habe ich mich auch entschieden diesen für mich sehr positiven Geburtsbericht zu teilen. Unser Sohn ist im übrigen bisher ein sehr ausgeglichenes und entspanntes Baby.
Vielen Dank an das Geburtshaus Team und das es in Frankfurt diesen Ort gibt wo jeden Tag Wunder vollbracht werden.
Geburtsbericht Weronika
Ich liebe, liebe, liebe es an meine Geburt zu denken und darüber zu sprechen. Es ist unser erstes Kind und obwohl ich im Vorhinein keine Angst hatte, habe ich trotzdem nicht damit gerechnet, dass ich so schmerzhafte Stunden mal mit einem solch wohligen Gefühl verknüpfen werde.
Seit ich übers Kinder kriegen nachdenke, möchte ich in einem Geburtshaus entbinden. Weil meine Schwester ihre beiden Kinder in Berlin auch in einem bekommen hat und weil ich eigentlich nur Vorteile darin sehe. Ich hatte fast ein wenig Angst davor ins Krankenhaus zu müssen und deshalb geriet ich zwei Wochen vor ET latent in Panik als ich es, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, noch schaffte mir Corona einzufangen. Während andere Schwangere sich zu diesem Zeitpunkt mit den ersten sanften, wehenfördernden Mittelchen langsam auf die Geburt einstimmten, machte ich eine Vollbremsung bei allem was vorzeitig Wehen auslösen könnte und verbarrikadierte mich für 10 Tage im Schlafzimmer. Ich achtete penibel genau darauf meinen Freund nicht anzustecken. Denn hätte er sich zeitversetzt noch angesteckt, hätten wir beide nicht ins Geburtshaus gedurft. Das Baby zeigte sich kooperativ und ich wurde rechtzeitig gesund.
Unser ET war der 1. April, aber dieses einprägsame Datum ist es am Ende nicht geworden. Die ganze Familie hatte Wetten abgeschlossen wann es losgehen würde und sowohl mein Freund als auch ich tippten auf den Sonntag zwei Tage später. Und wir sollten recht behalten. Ich hatte am Vorabend plötzlich untypisch viel Energie und musste mich richtig zwingen ins Bett zu gehen. Auch mein Freund konnte nicht einschlafen. So lagen wir also wach bis ich gegen 4 Uhr morgens zur Toilette ging und dort meine Blase riss. Das ist nicht der beste Ort um sich sicher sein zu können, dass das gerade wirklich passiert ist. Ich legte mich nochmal ins Bett und googlte wie sich ein Blasensprung anfühlt.
Als ich dann aber nochmal aufstand war klar, dass es tatsächlich einer war. Mist, jetzt ging es los und wir hatten beide nicht geschlafen.
Wir funkten Lena im Geburtshaus an und sie erklärte uns, dass wir uns nochmal entspannen könnten und erst um 10 Uhr ins Geburtshaus kommen sollten. Da würden wir dann nochmal gucken, immerhin bin ich Erstgebärende und sehr wahrscheinlich würde es noch eine ganze Weile dauern bis es wirklich losginge.
Ich war viel zu aufgeregt um zu schlafen, also lag ich da und fragte mich ob das schon Wehen waren, was da alle 20 min ein wenig zwickte.
Um 7:30 Uhr rief Melissa bei uns an. Sie schlug vor nochmal umzuplanen, weil wir von Mainz aus einen längeren Fahrtweg hatten und sie uns deshalb nicht wie üblich nach der Untersuchung nochmal Heim schicken wollte um in gewohnter Umgebung in die Wehen zu kommen. Stattdessen schlug sie vor erst um 13 Uhr ins Geburtshaus zu kommen und es uns von da an dort gemütlich zu machen. „Ihr könnt dann auch nochmal etwas essen gehen oder eine Runde in der Stadt bummeln“ schlug sie vor. Außerdem hätten wir jetzt noch länger die Möglichkeit Kraft zu sammeln und würden nicht so viel Zeit im Auto verbringen müssen.
Im Geburtsvorbereitungskurs gab es den Vorschlag noch einen Geburtstagskuchen zu backen um die Zeit sinnvoll rum zu bekommen. Während mein Freund schlief, backte ich also einen Kuchen, belegte uns Brötchen und schaffte dann sogar doch noch ein kurzes Nickerchen. Danach waren auch die leichten Wehen verschwunden und wir fuhren tiefenentspannt ins Geburtshaus. Die Angst unter Wehen im zähen Berufsverkehr stecken zu bleiben, war also schon mal ganz umsonst gewesen.
Im Geburtshaus empfing uns Melissa und wir richteten uns im grünen Zimmer ein. Im Nebenzimmer hörte ich das regelmäßige Tönen einer anderen Gebärenden. Melissa checkte meinen Zustand ab und wir besprachen grob das weitere Vorgehen.
Erstmal machten wir ein CTG. Unser Baby schlummerte immer wieder ein und eine einzige, müde Wehe war alles was wir zu sehen bekamen, nachdem wir es mit allen Mittelchen zu wecken versucht hatten. Melissa erklärte den Wehencocktail den sie mir vorschlug und dann hieß es, wir könnten danach noch den Tag draußen verbringen oder es uns im Bett gemütlich machen. Abends würden wir dann nochmal ein CTG machen und ggf. noch andere Methoden anwenden um die Wehen anzuregen und wenn es dann um 4 Uhr morgens immer noch nicht losgegangen sein sollte, müsste ich ins Krankenhaus verlegt werden. Alle waren also drauf eingestellt, dass es noch ein Weilchen dauern würde.
Gegen 14 Uhr bekam ich den hübschesten Wehencocktail der Welt und nachdem wir noch die empfohlenen 30 min gewartet hatten, starteten wir unseren kleinen Spaziergang Richtung Park, der etwa 10 min vom Geburtshaus entfernt ist. Unterwegs setzten gleich leichte Wehen ein. Die Abstände waren direkt recht regelmäßig, aber wir dachten ja es würde alles noch eine Weile dauern… Mein Freund trackte mit einer App die Wehen, ich veratmete erst im Laufen, dann musste ich relativ bald immer mal wieder stehen bleiben. Die Sonne schien und im Park war angenehmer Trubel. Wir waren erst ein paar Meter weit in den Park rein gelaufen, da vermeldete unsere App „Machen sie sich langsam auf den Weg ins Krankenhaus“. Wieso auch immer dachten wir beide, dass die Wehen bestimmt gleich wieder seltener und unregelmäßiger werden. Dabei wurden die Wehen immer stärker und die Abstände kürzer und bei etwa der Hälfte der kleinen Parkrunde blinkte in der App auf:
„Wenn sie jetzt noch nicht losgefahren sind: Rufen sie einen Krankenwagen!“
Die Wehen waren da schon nicht mehr ganz Ohne, aber irgendwie dachte ich die ganze Zeit, dass es ja noch gar nicht losgehen kann, weil gerade mal eine Stunde vergangen war und ich ja schließlich Erstgebärende war. Mein Kopf sagte mir also ich solle mich mal nicht so anstellen. Ich wusste ja auch gar nicht was genau „starke Wehen“ bedeuten. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Zum Glück setzte sich aber mein Instinkt durch und so entschied ich, dass wir doch lieber wieder in Richtung Geburtshaus wackeln sollten und nicht noch einen Döner holen.
Der Rückweg fühlte sich dann direkt dreimal so lang an. Gefühlt kamen wir kaum von der Stelle, weil ich alle paar Schritte eine Wehe bekam und ganz schön ins Schwitzen geriet. Am Haus neben dem Geburtshaus wollte ein Auto aus der Ausfahrt, aber da musste ich mich gerade am Zaun festklammern und der Fahrer musste meine Wehe mit uns abwarten. Ich weiß noch, dass ich dachte, dass ich eine schreckliche Mimose sei, weil ich jetzt schon solche Schmerzen hatte. Schließlich war das doch erst der Anfang.
Wieder zurück im Geburtshaus, veratmete ich noch einige Wehen im Stehen. Im Nebenzimmer hörte ich die andere Frau jetzt regelmäßig kraftvoll schreien. Spätestens jetzt hätte ich merken sollen, dass ich schon weiter war als ich dachte, denn unsere Wehen waren ziemlich synchron und somit auch die Abstände ähnlich. Ich checkte den Zusammenhang in diesem Moment aber nicht. Ich dachte darüber nach, dass ich jetzt endlich wüsste wie sich Wehen anfühlten: Wie eine Mischung aus starker Verstopfung und einem heftigen Wadenkrampf. Dabei krallte ich mich am Bettpfosten fest und schwitzte. Meine beste Freundin (die 5 Monate vor mir entbunden hatte) hatte mir empfohlen mich auch schon vor der Geburt mal mit meinem Beckenboden auseinander zu setzten und nicht nur zu üben ihn an zu spannen, sondern auch ihn gezielt zu entspannen. Da wir im 5. Stock wohnen, hatte ich mir angewöhnt beim Treppensteigen anzuspannen und auf den Treppenabsätzen aktiv zu entspannen. Daran dachte ich jetzt: Treppenabsatz, Treppenabsatz, Treppenabsatz. Und die 1-2 Sätze die ich mal übers Hypnobirthing in einem Podcast gehört habe, waberten mir auch durch den Kopf.
Dass ich den Schmerz annehmen soll und nicht gegen ihn arbeiten. Leichter gesagt als getan, aber auch meine innere Stimme sagte mir, dass ich mich gefälligst untenrum locker machen soll, wenn ich hier nicht ewig an diesem Pfosten hängen wolle. Die Schmerzen waren aber weniger mit Schmerzen einer Krankheit oder Verletzung zu vergleichen, als mit einer sportlichen Anstrengung bei der man ein gutes Stück über seine eigenen Grenzen hinaus trainiert. Über diese Dinge dachte ich in den Wehenpausen nach, während ich mich erholte.
Melissa hatte zu uns gesagt wir sollen uns jederzeit melden, wenn wir etwas wollen und sie würde eine zweite Hebamme dazu rufen, sobald ich jemanden zur Unterstützung bräuchte. Ich hielt meinen Freund aber immer wieder davon ab sie zu holen, weil ich immer noch überzeugt davon war, dass ich mich scheinbar wahnsinnig anstellte. Deshalb versuchte ich die Wehen auch möglichst lautarm zu veratmen, was gar nicht mehr so einfach war.
Melissa schaute immer mal wieder nach uns und in den Wehenpausen versicherte ich ihr immer wieder, dass ich nichts bräuchte und alles ok wäre. Was auch wirklich so war. Denn irgendwo in diesem inneren Feuerwerk war auch ein Flow. Mein Freund und ich sind sowieso ein gutes Team und so funktionierten wir auch jetzt gut zusammen.
Ich baute mir irgendwann einen kleinen Kissenberg und begab mich in den Vierfüßlerstand mit abgelegtem Kopf. Vor jeder Wehe sagte ich mir mantramäßig auf, dass ich so locker wie möglich bleiben müsste. Umso schneller würde es gehen.
Und dann auf einmal war mein Kopf so klar wie noch nie. Hatte mich der Wehenschmerz anfangs noch ganz schön überrumpelt, wusste ich auf einmal in jeder Wehenpause ganz genau was ich als nächstes bräuchte. Ich schickte meinen Freund nasse Lappen zu besorgen für meinen Nacken, ich wollte bloß nicht die liebevoll erstellte Playlist laufen haben, aha jetzt wird mir schlecht – ich brauche einen Eimer. Er ließ sich wohlwollend rumschicken und ich fühlte mich sehr selbstbestimmt. „Nach der nächsten Wehe muss ich dringend mal meine Hose ausziehen“, dachte ich. Das finde ich im Nachhinein besonders faszinierend, wie zuverlässig man auf einmal die körperlichen Signale deuten kann obwohl man gleichzeitig gar nicht weiß wie einem geschieht.
Die Wehen waren nun schon recht heftig und mein Freund beschloss eigenständig, dass er jetzt doch mal jemanden dazu holen wolle. Klug von ihm, denn ich versuchte nach wie vor möglichst leise zu sein und die andere Geburt nicht unnötig zu stören (Was natürlich völliger Blödsinn ist und man eigentlich wirklich nicht so denken sollte).
Melissa kam direkt und fragte womit sie mir noch etwas Gutes tun könne. Ich wollte eigentlich auch mal in die Wanne hatte ich mir im Vorhinein überlegt. Ich sagte aber zu Melissa, das müsse sie jetzt noch nicht vorbereiten, weil es ja bestimmt noch eine Weile dauert. Melissa meinte dann aber (zum Glück) sie würde sie trotzdem mal direkt voll machen. Sie musterte mich kurz und schlug dann vor den für abends geplanten CTG vielleicht vor zu ziehen. Ich pellte mich also in den CTG Gürtel und die darauffolgende Wehe fühlte sich an als würde mich von hinten etwas anfahren. Mein nächster klarer Gedanke war, dass ich mir bei der nächsten Wehe wohl oder übel in die abwesende Hose machen würde und es war mir noch nie etwas egaler, denn der Druck nach unten war plötzlich extrem hoch. Als sie vorbeirollte kam ich erst darauf, dass es vielleicht etwas anderes sein könnte. Ich fragte Melissa ob es sein könnte, dass ich schon presste. Sie lächelte und meinte sie könnte mal nachschauen wie weit mein Muttermund sich schon geöffnet hätte. Ich legte mich auf den Rücken und Melissa überprüfte zum ersten Mal meinen Muttermund. Und dann machte sie große Augen, lachte auf und sagte: „Ok krass! Euer Kind kommt gleich, ich kann schon den Kopf tasten.“ Kurz dachte ich sie macht einen Scherz, aber das wäre ein recht gewagter Moment für einen Witz gewesen.
Ihr Satz löste einen wahnsinnigen Adrenalinschub in mir aus. Ich konnte den Kopf auch tasten und endlich erlaubte ich mir richtig schön laut zu sein. Ob wir noch das CTG machen würden, fragte ich mit meinem verwirrten Kopf und Melissa machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass wir jetzt gar nix mehr machen würden, ich solle meine Klamotten loswerden und ab in die Wanne, wir wären nicht mehr viele Wehen von unserem Baby entfernt.
Ich kniete mich in die Wanne, empfand die Presswehen im Wasser direkt als weniger schmerzhaft und fragte nur ob das Wasser noch kühler gemacht werden könnte. Wäre es nur nach mir gegangen, hätte ich mich am liebsten in Eiswasser gesetzt, weil mir die ganze Zeit so heiß war. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Also eigentlich konnte ich gar nichts so schnell verarbeiten und fragte mich wie so viele Stunden so verdammt schnell rumgehen konnten. Turns out: Es waren einfach erst ca. 2 Stunden vergangen seit ich den Wehencocktail getrunken hatte. Ich hatte noch alle Kraft der Welt plus einen frischen Adrenalinkick und gleich mein Baby im Arm. Melissa gab mir einige wenige Anweisungen und ich merkte richtig wie auch sie sich für uns freute, dass alles so schnell ging. Es war eine richtig schöne Energie im Raum. Melissa hatte in der Zwischenzeit noch Nora angerufen, aber nach 5-6 Wehen sah ich schon unseren Kleinen unter mir hervortauchen. Um 16:54 Uhr war die Geburt geschafft. Ich konnte ihn selbst aus dem Wasser heben, wir wurden in Handtücher gepackt und konnten uns zu dritt direkt ins Bett kuscheln. Da lagen wir nun und waren alle ein wenig perplex. Ich erwischte mich dabei wie ich „und das wars jetzt schon?“ dachte. Nicht weil es nicht schmerzhaft oder intensiv gewesen wäre, sondern weil ich mich die meiste Zeit währenddessen gefragt hatte wie es wohl sein würde, wenn es richtig losginge und dann war es auch schon vorbei.
Im Vorhinein hätte ich mich nicht getraut mir so eine reibungslose und schnelle Geburt zu wünschen, einfach weil ich es für unrealistisch gehalten hatte. Es hat uns zu keinem Zeitpunkt an irgendetwas gemangelt. Ich bin im Nachhinein super stolz auf uns drei, dass wir einen Großteil der Strecke mehr oder weniger allein gewuppt haben. Und wir sind Melissa super dankbar, dass sie da war als wir sie brauchten und uns den Freiraum gelassen hat den wir wollten. Es wurde kein Handgriff zu viel und auch keiner zu wenig gemacht.
Dann war die Zeit für unsere Playlist die wir jetzt zu dritt entspannt genießen konnten. Der einzige
„Nachteil“ der schnellen Geburt war, dass meine Geburtsverletzungen ein wenig komplizierter waren und ich deshalb doch nochmal ganz in Ruhe ins Bürgerhospital verlegt wurde, während der neue Papa mit dem Baby die U1 machte und die beiden mich später abholen kamen. Das Nähen verlief problemlos, trotzdem merkte ich da nochmal den Kontrast zwischen Geburtshaus und Krankenhaus. Das grelle Licht, die nüchterne Einrichtung, die vielen Leute, lange Wartezeiten (das Nähen hat letztendlich nochmal so lang gedauert wie die gesamte Geburt), ständig neue Gesichter, Gerüche, Geräusche. Ich schloss immer mal wieder die Augen und fühlte immer noch die Gemütlichkeit des Geburtshauses in mir. Ich bin so so dankbar, dass ich dort entbinden durfte und bin mir sicher, dass meine Geburt auch deshalb so flott ging. Einfach weil ich mich vollständig fallen lassen konnte und mich maximal gut aufgehoben gefühlt habe. Und zum Glück hatte Melissa die Planung an unsere längere Anreise angepasst, sonst wäre es vielleicht auch ein Autobahnbaby geworden. Es war wirklich perfekt. Wenn ich abends mal nicht einschlafen kann, rufe ich mir meine Lieblingsmomente der Geburt in Erinnerung und schlafe dann ganz beseelt ein.
Als die Näherei endlich ein Ende hatte und wir die Erlaubnis bekamen nach Hause zu gehen, war es draußen schon dunkel und der Wind war angenehm kühl nach den hitzigen letzten Stunden. Wir machten noch einen kleinen Abstecher zu McDonalds und auch wenn das nicht besonders edel war, fühlte er sich doch sehr feierlich und gemütlich an, so im dämmrigen Autolicht und bei leisem Radiogedudel das erste Mal sacken zu lassen was man da gerade zu dritt erlebt hatte. Die Atmosphäre war ein bisschen, wie nach einer sehr aufregenden und wild durchtanzten Partynacht, deshalb passte auch das fettige Essen sehr gut. Und dann fuhren wir mit derselben Ruhe nach Hause mit der wir gekommen waren, nur dass diesmal auf der Rückbank jemand friedlich vor sich hin atmete und leise grunzte.